Nebenwirkungen Valproat

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Richard61
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Nebenwirkungen Valproat

Beitrag von Richard61 » 30. Sep 2020, 11:18

Liebe Forums-Teilnehmer,
so, jetzt kann ich hier wohl auch ankommen - war vorher im Epilepsie-netz im Forum, dass es ja nun nicht mehr gibt.
Ich wollte nach Erfahrungen mit Valproat fragen. Ich dosiere gerade Orfiril ein und wollte fragen, ob jemand als Nebenwirkung Schlafstörungen kennt?
Ich nehme jetzt vier Medikamente - Lamotrigin, Pregebalin, Fycompa und jetzt neu Valproat. Nimmt noch jemand von Euch Valproat mit so vielen anderen Mitteln zusammen? Könnte es eine Wechselwirkung sein?
Bin bei einem Epileptologen in Behandlung, der an der Menge der Medikamente nichts Bedenkliches fand. Wie sind Eure Erfahrungen?
Meine Anfälle sind einfach-fokal und ohne Ohnmacht - also nicht schön, aber auch nicht schlimm. Verschwunden sind sie von keinem all der Substanzen - habe fast Alles an Medikamenten durch, was es so gibt, nur Valproat noch nicht.
So, also, ne ganze Menge Fragen von einem Neuen -
Viele Grüße, bleibt gesund,
Richard61
Ole
Beiträge: 2
Registriert: 2. Jan 2020, 10:10

Re: Nebenwirkungen Valproat

Beitrag von Ole » 3. Okt 2020, 18:54

Hallo,

ich habe auch Valproat genommen über einen langen Zeitraum, so ca. 10 Jahre. Ich hatte sehr viele Nebenwirkungen, von Doppelbildern, Schläfrigkeit, Haarausfall, Gewichtszunahme, schlechte Blutwerte, ständig Anfälle, psychische Störungen und Suizidgedanken, bis ich zuletzt nicht mehr konnte und die Sache einem Epilepsie-Zentrum vorgestellt habe.

Dort ist mir erklärt worden, dass fokale Anfälle schlecht medikamentös behandelbar seien und es nur selten gelingt, mit Mono- oder Mehrfachtherapien Anfallsfreiheit zu erreichen. Das Ergebnis der Besprechung mit den Epileptologen war erfolgreich, es ist operiert worden und seither bin ich anfallsfrei. Hinweis: Nach Aussagen der Ärzte sollen gerade fokale Epilepsien gut operativ behandelbar sein.

Bei mir ist dann das Valproat ganz abgesetzt worden, die Chefarzt hat mir Trileptal (Oxcarbazepin) 450 --- 450 mg und Keppra (Levetiracetam) 500 --- 500 mg verordnet, das ist 14 Jahre her, die Dosis nehme ich bis heute unverändert und seit der Operation bin ich ohne Anfälle und kann ein normales Leben führen.

Apropos normal: Ich verzichte auf Alkohol, ich schlafe regelmäßig und ausreichend, ich esse gesund und bewege mich ausreichend, ich rauche nicht und achte auf mein Gewicht. Von Drogen lasse ich die Finger. Und das Wichtigste: Meine Compliance liegt bei 100 %. Ich wünsche gute Besserung!

Liebe Grüße
Ole
Richard61
Beiträge: 3
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Re: Nebenwirkungen Valproat

Beitrag von Richard61 » 6. Okt 2020, 12:30

Liebe(r) Ole,
hab Dank für Deine Antwort. Das ist ja heftig, was Du an Nebenwirkungen hattest. Mit den fokalen Anfällen, dass die nur schwer medikamentierbar sind, habe ich auch gehört. Jetzt nehme ich 4 Mittel gleichzeitig und denke, nu is auch mal gut und ich werde den Arzt bitten, eines abzusetzen. Meine fokalen Anfälle sind in 17 Jahren mit inzwischen fast 10 verschiedenen Tabletten-Versuchen eigentlich nicht weniger geworden.
Also - viel Glück, und bleib gesund,
Richard61
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Amazoenchen
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Re: Nebenwirkungen Valproat

Beitrag von Amazoenchen » 6. Okt 2020, 19:47

Ähm, Dein Facharzt findet 4 AE nicht bedenklich???

Ich habe Lamictal, Briviact, Zonegran und Pregabalin.

Pregabalin habe ich wegen den nervlich bedingten Schmerzen in den Füssen.

Onkel Professore und ich haben weiss Gott herumgebastelt und ausprobiert. (Vor dem Wechsel von Briviact war ich bei Keppra).
Ich hatte mit Lamictal und Keppra immer noch einfach-fokale Anfälle und etwa beim dritten ad on Medikament (Zonegran) kam der Durchbruch, dass die um 85% reduziert sind. - Dann haben wir das Keppra reduzieren wollen. Hat nicht funktioniert. Früher versuchten wir Lamictal zu reduzieren, funktionierte auch nicht.
Also: Der Wunsch / Hoffnung meines Professors, nur 2 Medis oder gar weniger (abgesehen von Pregabalin) konnte man vergessen. - Keppra wurde dann mit Briviact ausgetauscht (ist quasi eine Weiterentwicklung von Keppra mit weniger NW). Psychisch geht es mir tatsächlich besser.

Aber was meine NW betrifft. Da war die extreme Müdigkeit, die wir durchs Zonegran vermuteten. Durch Basteln des Verteilens der Dosis am Tag, wurde das gelöst.
Aber sämtliche anderen NW. Da haben wir doch keine Ahnung, von welchem Medikament es kommen könnte. Ob es eine NW vom dem einen Medi selber ist wie beim Keppra oder Zonegran. Der Cocktail ist einfach zu gross. Und das Wechseln eines Medis macht keinen Sinn, da ich das Zeug ansonsten gut vertrage.

Es ist immer eine Sache, ob ich die NW akzeptiere und das Positive (Reduktion der Anfälle) überwiegt. Und das ist bei mir der Fall. Die Müdigkeit, kognitive Einschränkungen, nicht mehr allzu viele Haare, manchmal Schlafstörungen, etc. nehme ich in Kauf. - Es ist ein Abwägen. Am Schluss entscheidet der Patient und nicht der Arzt.

Was Valproat betrifft, da weiss ich nur von versch. Mitgliedern des Forum, dass die einen die 20 kg - Gewichtszunahme in Kauf nahm, weil nachher praktisch anfallsfrei. Andere fanden bereits 10 Kilo zu viel und wollten ein anderes Medi.
Tja, was soll ich sagen, der Leidensdruck ist relativ.
Schreibfehler sind mit Absicht und nur zur Belustigung der Leser !
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Flint
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Re: Nebenwirkungen Valproat

Beitrag von Flint » 10. Okt 2020, 14:52

Ohh ja das Valproat :((

Das hat mir in der Combie mit Lamotrigin 7 jahre lang anfallsfreiheit beschert nur danach fingen die Grand-mal-anfälle wieder an. und durch immer weiteres auf dosieren waren dann die nebenwirkungen wie Gewichtszunahme,Tremor,Haarausfall und einer Psychischen beeinträchtigung ( Angst und Egal lebensweise ) :? :? .
Nach besuch der Uni Klinik bon kahm dann eine andere medikamenten kombie ( Lamotrigin & Levetiracetam )
und seid her ist es besser ;) .

Gruß Flint
Gruß Flint

Lamotrigin: 350 - 0 - 350 ---- Levetiracetam: 3500 - 0 - 3500
"Je Größer der Dachschaden, desto besser ist der Blick auf die Sterne" :lol: :lol: :lol:
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