Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Benutzeravatar
TablettenJunky
Moderator*in
Beiträge: 346
Registriert: 18. Apr 2019, 06:53

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von TablettenJunky » 1. Okt 2022, 22:54

Hallo Peter,

ich freue mich das du hierher gefunden hast.
Briviact ist für mich ein leider ein Thema mit negativen Erfahrungen. Ich habe 13 Jahre KEPPRA genommen welches gut half aber leider schlechte Nebenwirkungen hat. Diese hat man versucht mit Briviact zu beheben, welches aber wohl nicht bei allen klappt. Studien zeigten wohl das die Zahlen bei den NW gesunken sind aber leider nicht wie bei mir.
Ich habe mich dann entschlossen KEPPRA aus zu dosieren und ich neueinstellen lassen.
Dies ist allerdings nun auch schon einige Jahre her. Ich hatte damals große Hoffnung in Briviact gesetzt und geglaubt das sich meine NW die ich mich KEPPRA hatte dann erledigt hätten. War leider nur Wunschdenken, naja na 31 Jahren Erkrankung und Zahlreichen Medikamenten, Kombinationen, Krankenhausaufenthalten auch keine so tiefer Fall mehr aber es bleibt eine Enttäuschung.

Grüß
TablettenJunky
Peter04
Beiträge: 24
Registriert: 28. Nov 2020, 16:59

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Peter04 » 3. Okt 2022, 16:42

Vielen Dank für Dein Feedback zu Briviact. Darf ich fragen, welche Nebenwirkungen du mit Keppra und welche Du mit Briviact hattest?

Zur Info bzgl. der Dosiserhöhung von Levetiracetam von 2 x 500mg auf 2 x 750mg sind bei mir folgende neuen Symthome aufgetaucht. Vielleicht weiss jemand, ob das davon kommen könnte:

1. Zahnfleischentzündung, die jetzt schon einige Wochen andauert
2. Antriebslosigkeit und schlechte Laune
Benutzeravatar
Flint
Beiträge: 61
Registriert: 19. Sep 2020, 21:34

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Flint » 3. Okt 2022, 19:46

Nabend Peter,
Also Zahnfleischentzündung hatte ich noch nie Probleme damit,
Aber Antriebslosigkeit & schlechte Laune ( kommt nicht oft vor ) habe ich auch schon meine Erfahrung mit gemacht.

Zum Thema Antriebslosigkeit/Müde/Erschöpft.
Ich habe bei meinen Blutwerten für "GGT " ( ist ein wert für die Leber ) einen Spiegel von 75U/L (der wert ist bisher immer weiter gestiegen seid dem Ich Levetiracetam nehme.
Habt ihr auch erfahrung damit das man davon erschöpft ist ??
Gruß Flint

Lamotrigin: 350 - 0 - 350 ---- Levetiracetam: 1500 - 0 - 1500
"Je Größer der Dachschaden, desto besser ist der Blick auf die Sterne" :lol: :lol: :lol:
Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 537
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Amazoenchen » 5. Okt 2022, 17:30

Lieber Peter

Suche zuerst mal Deinen Hausarzt auf und der soll Dein Blutbild kontrollieren.
Bei mir hat Folsäure und Vitamin B extrem gegen die mir unerklärliche Müdigkeit und Antriebslosigkeit geholfen.

Nur - Folsäuremangel, die Diagnose kam seitens Epi-Doc und wurde an HA weiterdelegiert und der wiederum sah Handlungsbedarf bei Vitamin B. Dass ich mich schlapp, müde und dauernd kaputt fühlte, davon wusste keiner was. Aber nach der ersten Spritze & Tabletten, das war wie Tag und Nacht für mich.

Peter, das soll nicht heissen, dass bei Dir dasselbe ist. Nur als Beispiel. Kleine Ursache, grosse Wirkung.
Ganz persönlich glaube ich nicht, dass die genannten Symptome, Nebenwirkung der LEV-Erhöhung sind. Besonders die Zahnfleischentzündung.
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Peter04
Beiträge: 24
Registriert: 28. Nov 2020, 16:59

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Peter04 » 7. Okt 2022, 16:36

Danke für Euer Feedback. Was könnten denn typische Nebenwirkungen oder Symthome einer LEV-Erhöhung sein, damit ich das besser einschätzen und beobachten kann?

Ansich war auch ein Argument des Neurologen, dass er meint meine Konzentrationsprobleme kommen daher, dass mein Gehirn durch das auffällige EEG nicht zur Ruhe kommt (Ping-Pong-Effekt). Diese könnte durch die LEV-Erhöhung evtl. behoben werden.

Allerdings stelle ich keine Verbesserung der Konzentrationsprobleme fest, diese sind eher ein bisschen schlechter geworden.
Benutzeravatar
Flint
Beiträge: 61
Registriert: 19. Sep 2020, 21:34

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Flint » 7. Okt 2022, 18:19

Nabend Peter,

Also bei mir sind das sehr häufig Müdigkeit, ( nicht ganz Wach sein ), Konzentration lässt schnell nach auf der Arbeit beim Zahlen merken und ausarbeiten mit den Zahlen, leichten Tinitus bemerke ich meistens abends wenn ich versuche zur ruhe zu kommen. Und erschöpftheit kommt sehr oft vor bei mir :(:(
Viel guter Schlaf und Sport zur Stress reduktion helfen gegen die müdigkeit und dem konzentrationsproblem. Tremor - habe ich ab und zu mal ganz leicht einzelnd an einigen stellen.
Ansonsten kommen bei mir auch schon mal Stimmungsschwankungen ( Wutausbruch ) vor, wo ich mich dann schon mal stark zurückhalten muss. ( vor allem wenn jemand etwas behauptet was nicht stimmt oder mir etwas vorwirft.
Bissel vergeslichkeit ist auch noch dabei.
Das sind jetzt so die Nebenwirkungen die ich so auf Levetiracetam zurückführen könnte, ich habe auch noch Lamotrigin als 2. medikament
Bisher komme ich damit soweit aber gut zurecht :D :D .

Das sind jetzt meine erfahrungen damit, es könnte sich bei dir noch anders auswirken da jeder Mensch unterschiedlich ist.
Gruß Flint

Lamotrigin: 350 - 0 - 350 ---- Levetiracetam: 1500 - 0 - 1500
"Je Größer der Dachschaden, desto besser ist der Blick auf die Sterne" :lol: :lol: :lol:
Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 537
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Amazoenchen » 8. Okt 2022, 18:38

Peter, jetzt müsstest Du ein EEG mit der neuen Dosisi LEV machen und die Aussagen Deines Neuros anhörer. Ob es die Gehirnzellen in dem Sinne beruhigt, wie er es sich erhofft.

Du solltest Sachen haben, bei denen Du sagen kannst: Das war vorher kein Problem, dies oder jenes in der Zeit zu machen. Oder überhaupt zu lösen. (Mir fehlt die Konzentration).
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Peter04
Beiträge: 24
Registriert: 28. Nov 2020, 16:59

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Peter04 » 9. Okt 2022, 15:04

Hallo Flint,

ich finde es sehr interessant, dass Du mit Levetiracetam die selben Nebenwirkungen hast wie ich, also Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen und Tinitus. Wie schaut es mit trockener Haut und Leseschwäche bei Dir aus?

Ich finde es ja immer wieder interessant, wenn der Neurologe sagt, dass Levetiracetam das Medikament mit den wenigsten Nebenwirkungen sei und diese auf andere Gründe schiebt.

Welche Dosis nimmst Du und was sagt dein Neurologe zu den Nebenwirkungen?

Schöne Grüße
Peter
Benutzeravatar
Flint
Beiträge: 61
Registriert: 19. Sep 2020, 21:34

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Flint » 9. Okt 2022, 15:40

Hi Peter,
Also über Trockene Haut kann ich mich nicht beklagen.
Leseschwäche.... Trage schon eine Brille bevor ich Epilepsie bekommen habe ^^

Mein Wissensstand ist " Lamotrigin " mit den wenigsten nebenwirkungen ( bitte Korrigiert mich ) deshalb wurde meine behandlung damit begonnen.

Dosis steht unter meinem Text mit dem Spruch.
Bisher ist die Absprache mit meinem Neuro und mir das die Nebenwirkungen für mich vertretbar sind mit Anfallsfreiheit :D
Gruß Flint

Lamotrigin: 350 - 0 - 350 ---- Levetiracetam: 1500 - 0 - 1500
"Je Größer der Dachschaden, desto besser ist der Blick auf die Sterne" :lol: :lol: :lol:
Benutzeravatar
Meditester
Beiträge: 335
Registriert: 27. Apr 2019, 12:11

Re: Wechsel von Levetiracetam zu Briviacetam

Beitrag von Meditester » 9. Okt 2022, 18:40

Hallo Peter!
Ich habe über viele Jahre Keppra (gleicher Wirkstoff) genommen.
Bei einer Erhöhung von 250-0-250 wurden die Anfälle mehr.
Also wieder eine Reduzierung von 500-0-500 auf die vorherige Dosis.
Seit Beginn der Epi reichte Liskantin bis ein zweites Medi notwendig wurde.

Nach ewigem Versuchskaninchen spielen hat es mir gereicht und ich blieb bei Keppra.
Als es mit der Anzahl der Anfälle und deren Folgen unerträglich wurde bestand ich auf einen Wechsel.
Nach dem Absetzen (langer Prozess) war es als würde ich wieder aufwachen und in der realen Welt ankommen.

Vor Keppra war ich geistig fit. Als weitere NW war die Ansammlung von "negativer Energie" bis es zu einer Entladung in Aggression bzw. einem Wutanfall kam. Trägheit, lange Reaktionszeit war ebenso nervig.
Da habe ich noch heute als Erinnerung sichtbare Flecken von kleineren Verbrennungen auf der Haut.
Das Beste war für mich nach dem Absetzen von Keppra wieder geistig aktiv sein zu können (z.B. Gedichte schreiben)
Die ständige Abgeschlagenheit/ Müdigkeit nach den Anfällen stahl mir viel Lebenszeit.

Zwar hatte ich als NW bei Beginn des Wechseln auf Lamictal öfter mal Nasenbluten, das jedoch später wieder verschwand.
Ein riesiger Gewinn war für mich ebenso das die Fotosensibilität verschwand.
Zwar muss ich eine Brille wegen Sehschwäche benutzen doch ist es nicht so schlimm.
(Kann ebenso durch Diabetes sein)

Meditester
Zitat Søren Kierkegaard:
"Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden"
Antworten

Zurück zu „Pharmakotherapie“