Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

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Susanne7
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Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von Susanne7 » 19. Dez 2020, 15:44

Hallo,

ich wollte mal fragen, ob euch die Tabletten auch immer so müde machen? Mich belastet es, daß ich jeden Mittag (wenn ich zuhause bin) so müde bin, daß ich mich hinlegen muß. Hat das vielleicht was mit starkem Natriummangel wegen Tegretal zu tun? Das geht schon seit Jahren so, aber es nervt, daß ich mich, daß ich mich entweder hinlegen muß, obwohl ich nicht will oder draußen dagegen anrennen muß. Bleibe ich wach, habe ich Mühe die richtigen Worte zu finden und es dauert logischerweise mehrere Stunden an, bis die Blödheit aus dem Kopf wieder draußen ist. Manchmal kommt noch so ein Schwächegefühl dazu.
Einmal habe ich es sogar geschafft, daß ich mich mit einer Bekannten, die wegen einer anderen Erkrankung Lyrica nimmt, daß wir uns blöd geredet haben. :lol:

Ich habe herausgefunden, daß es einmal das Tegretal ist und auch das Levetiracetam, was beides eine müdemachende Wirkung auf mich hat. Mein Epileptologe lästerte schon, daß ich das Levetiracetam ja sowieso nur noch in homöpathischen Dosen nehmen würde: 250 - 0 - 250 mg. Trotzdem, wenn ich es weglasse, kommen erstmal Anfälle. Außerdem bin ich der Meinung, daß es auf die Stärke der Anfälle hat Auswirkung hat im positiven Sinn, also daß ich es trotzdem brauche.

Gibt es vielleicht eine andere Lösung? Antiepileptika habe ich schon die meisten durch.
Ich habe mal von einem ehem. Bekannten mitbekommen, daß er nur 1 Tablette Tegretal und diese nur abends eingenommen hat. Das war mir neu. Kennt das Jemand und wenn ja bei welchen Anfällen braucht man nur einmal täglich und nicht durchgehend Antikonvulsiva?

VG,
Susanne
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Amazoenchen
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Re: Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von Amazoenchen » 19. Dez 2020, 18:19

Hallo Susanne

Ich nahm vor ganz langer Zeit mal - da war ich noch ein Kind, Tegretal. Es wurde wegen den NW abgesetzt.
M.W. gibt es vom Carbamazepin ein retardiertes Präparat, das nur ein mal am Tag eingenommen wird. z.B. Timonil retard.
Unter dem Begriff Retard ist eine spezielle Arzneiform zu verstehen, aus der nach Einnahme der Wirkstoff langsam freigesetzt wird. Somit wird eine gleichmäßige Versorgung mit der therapeutisch wirksamen Substanz über einen bestimmten Zeitraum gewährleistet. (Quelle: DocCheckFlexikon)

Es ist ein Versuch wert. - Ich persönlich habe mit Zonegran die extreme Mittagsmüdigkeit mit dem Verschieben von 250 - 250 auf: 100 - 0 - und erst vor dem zu Bett gehen 400 mg. Das war die Lösung.

Weshalb ist Dein Epi-Doc eigentlich noch nie auf diese Idee gekommen...?

Ja, ja, unsere Ärzte mit der Ansicht, Medikamente wirken erst, wenn die Dosis erst im Bereich ist, in welchem die Studien eine Wirkung zeigten. Dass bei den Studien sicher auch Leute dabei waren, die mit wenig ausgekommen wären, aber man gab denen einfach mehr...
Und dann gibt es noch solche, bei denen noch eine Wirkung bei 5000 mg vorhanden ist. Das dürfte gemäss Studie aber nicht der Fall sein. So etwa bei 3500 mg hört es nach Theorie auf. Ich hatte aber noch einen positiven Effekt bei 4000 mg.

Wir haben im Forum Leute, die auch dasselbe Problem mit dem Neuro haben, wie Du.
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Meditester
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Re: Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von Meditester » 19. Dez 2020, 19:39

Hallo!
Bei den Medi hat wohl Jeder seine Erfahrungen gemacht.
Meist weichen diese von der Theorie der Ärzte und Bücher ab.
Ich wurde bei Keppra (Wie Leve...) auch müde.
Da war Mittagsschlaf täglich als NW zu dulden.
Und nur eine Dosis von 250-0-250 hatte ich weil mehr nicht vertragen wurde.

Durch eine andere Belastung, Anfälle waren eh noch kräftig von allen Typen,
kam es zum Medi-Wechsel, welcher mir sehr half.
Immer mal wieder meldet sich die Epi, aber eine wesentliche Verbesserung war/ist es.

Bei Kombi von Medi ist es oft ein Raten welche NW von welchen Pillen ist.

Meditester
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Re: Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von TablettenJunky » 20. Dez 2020, 20:36

Müde nicht wirklich mehr, es ist in meinem Tagesablauf halt so drin. Viel schlimmer sind die NW Konzentration.
Ich würde es eine Trägheit oder Lustlosigkeit nennen. Aber es bleibt auch eine Müdigkeit. Nach vielen Jahren habe ich mich oder meinen Körper oder beides darauf eigestellt.
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Flint
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Re: Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von Flint » 21. Dez 2020, 10:29

Also Müdigkeit habe ich auch bissel mit zu kämpfen, das ist mir bei der umstellung von Valproat auf Levetiracetam sofort aufgefallen.
Wenn ich aber so 7 Stunden schlafe ( bei mehr als 8 bin ich total Flach am Tag ) und es nicht ganz so anstrengen auf der arbeit (viel Körperliche Arbeit ) war habe ich nicht so das Problem den Tag damit zu überstehen mittags pennen zu gehen max nur eine gute stunde.
So kleine probleme mit Reden/Wortfindungen kommen ab und zu mal vor.
Ansonsten habe ich dagegen entdeckt draußen fahrrad zu fahren oder bissel sport zu machen.
Gruß Flint

Lamotrigin: 350 - 0 - 350 ---- Levetiracetam: 1500 - 0 - 1500
"Je Größer der Dachschaden, desto besser ist der Blick auf die Sterne" :lol: :lol: :lol:
Susanne7
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Re: Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von Susanne7 » 21. Dez 2020, 17:09

Hallo Zusammen,
danke für Eure zahlreichen Antworten und Erfahrungen.

Timonil hatte ich noch nie. Bei mir wurde früher als Kind, nach Ergenyl, bald Tegretal eindosiert. Das hat am meisten bewirkt. Später wurde es dann durch Oxcarbazepin ersetzt. Dann kam noch Keppra dazu. Und das ging ca. 20 Jahre so.
Da nahm ich die Dosis: Keppra 1000 - 0 - 1000 und Oxcarbazepin retard 600 - 0 - 750.

Mein Neurologe hatte mich mal drauf angesprochen, warum ich Tegretal nicht retardiert nehme. Ich hatte Bedenken, daß ich dann den ganzen Tag müde bin, aber einen Versuch wäre es wert, wenn ich das vielleicht dann nur noch 1x pro Tag eine Dosis davon nehmen müßte.

Oxcarbazepin vertrage ich nicht mehr, weil es mir dabei schwindlig wird. Kann aber auch sein, daß das nur war, solang ich die Pille eingenommen habe. Vielleicht geht's jetzt wieder.
Allerdings habe ich jetzt noch Probleme mit der Schilddrüse und bei Tegretal steht im Beipackzettel, daß man evtl. mehr von dem Schilddrüsenhormon braucht und daß Tegretal deswegen zu Schilddrüsenunterfunktion führen kann. *juchuuuu*
Ist ja bei der Pille genauso, verschweigen bloß viele Ärzte!
Eine Hausärztin bei der ich vor einiger Zeit mal war - weil ich umgezogen bin - hat gemeint:"Das Carbamazepin muß raus!!!" :? weil sie mal in ihrer Studienzeit auf der Neurologie gearbeitet hat. Naja, da war ich dann doch etwas irritiert, ob die sich da richtig auskennt.

Jedenfalls bin ich gespannt, wielang ich auf einen Termin beim Epileptologen warten muß. Bestimmt 3 Monate oder länger. :(

Viele Grüße,
Susanne
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Amazoenchen
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Re: Starke Müdigkeit als Nebenwirkung

Beitrag von Amazoenchen » 27. Dez 2020, 19:22

Die älteren AE haben meist mehr Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. - Das ist leider so. Meist greifen die in den Hormonhaushalt rein.

Wenn das Medi gut wirkt, dann lohnt es sich alleweil, die Zeit zu investieren, bis die Einstellung der Schilddrüsen-Pillen wieder stimmt, denke ich. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich vermute mal, dass die Dame meinte, das Oxcarb. soll raus, im Falle dass due schwanger würdest.
Denn das Medi kann zu Missbildungen führen. War erst kürzlich wieder gross in den Medien, da Ärzte das wieder mal verschliefen.
Allgemein sollten Frauen im gebärfähigem Alter keine Medikamente erster Generation einnehmen. Die Medikamente sollten gründlich mit dem Arzt besprochen werden.
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