Epileptische Anfälle trotz Medikamente

Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 432
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Epileptische Anfälle trotz Medikamente

Beitrag von Amazoenchen » 18. Jan 2021, 19:11

Der Spiegel schwankt immerein wenig.
Kommt drauf an, wann die Blutabnahme war, wann Du das letzte mal gegessen hast, die Medikamente eingenommen, etc. usw.
Da kann man nicht einfach Zahlen vergleichen. Der Spiegel ist beim Lamotrigin eher "nebensächlich". Lamotrigin wird nicht aufgrund des Blutspiegels dosiert. (Es gibt ganz bestimmt Medikamente, da ist das so)

Grundsätzlich wird ein Medikament so lange erhöht, bis der Patient anfallsfrei ist, resp. bis das Medi nicht mehr vertragen (nie NW nicht mehr akzeptabel sind). wird.

Da hast ein Generikum. Achte darauf, dass Du immer dasselbe Generikum hast. Alle Tabletten der Hersteller haben zwar dieselbe Menge Lamotrigin drin, aber die Bioverfügbarkeit ist nicht dieselbe. Und das kann zu Problemen führen.
Z.B, bei mir, dass ich auf ein mal komplett überdosiert bin oder umgekehrt. - Ich weiss es nicht. (Ich nehme das Original, das ist die Schwankung nach oben / unten nicht so dramatisch, aber ich bin aber an der obersten Grenze der Dosis. Ich machse sonst der Purzelbaum....)

Alles ist ein sehr sehr komplexes Thema. V.a. dann auch noch, wenn Frau in gebärfahigem Alter ist, denn dann muss auch noch darauf geachtet werden, sollte die Verhütung versagen.

Wenn Du möchtest, kann ich Dir per PN verschiedene "Grundunterlagen" über die Epilepsie senden. (Links für die pdf's).

So, noch zum Alkonol-Freak.
Mir scheint, dass die ganze Welt von grundauf alkoholversucht ist. Und zwar schon mal ohne Zutun des Menschen.
Wenn dann noch Essig dem Alkohol gleichgesetzt wird, dann würde ich Magensäure auch dem Alkohol gleichsetzen. Magensäure ist um einiges aggressiver. Die Schlussfolgerung: Wir stehen schon am Morgen besoffen auf. Und das ungeborene Baby kriegt gratis den ersten Schnaps via Plazenta. Prost.
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Ole
Beiträge: 18
Registriert: 2. Jan 2020, 10:10

Re: Epileptische Anfälle trotz Medikamente

Beitrag von Ole » 19. Jan 2021, 10:28

Hallo Sandra,

ich bin 2006 in Bethel operiert worden. Kurz bevor ich entlassen wurde, hat man mir einen „Ausweis“ ausgestellt, der mich berechtigen sollte, im Falle eines Anfalls eine Klinik oder Notfallambulanz aufzusuchen, damit der Blutserumspiegel schnellstmöglich kontrolliert wird.

Liebe Grüße
Ole
_____________________________________________________________________________________________________

Blutspiegeluntersuchung
nach Anfall

Sehr geehrte/r Frau/Herr.....................................................................

Sie sind jetzt seit einiger Zeit anfallsfrei,
wir freuen uns mit Ihnen darüber!

Natürlich wissen Sie, dass dies keine Garantie für weitere Anfallsfreiheit sein kann. Dieses Merkblatt möchte Sie darüber informieren, was Sie tun können, falls doch wieder einmal ein Anfall auftreten sollte.

Was ist zu tun, wenn wieder ein Anfall auftritt?

Sie sollten so rasch wie möglich nach Anfall Blut abnehmen lassen, um den Blutspiegel (Blutkonzentration) ihres Anfallsmedikamentes untersuchen zu lassen (wenn Sie mehrere Medikamente nehmen, dann ggf. die Blutspiegel von mehreren Medikamenten). Die Blutabnahme sollte möglichst innerhalb von 1 – 3 Stunden nach dem Anfall und vor der nächsten Medikamenteneinnahme erfolgen. Wenn das nicht zu organisieren ist, sollte das Blut spätestens am nächsten Morgen abgenommen werden (in diesem Fall bitte die Medikamente wie üblich weiternehmen).

Warum ist die Blutabnahme wichtig?

Wenn unter medikamentöser Behandlung, z. B. nach einer Medikamentenumstellung, einmal Anfallsfreiheit erreicht ist, ist in der Regel davon auszugehen, dass die Anfälle nicht einfach ohne Grund wiederkommen. Die Bestimmung des Blutspiegels kann erklären helfen, warum doch wieder ein Anfall aufgetreten ist. Zwei Möglichkeiten gilt es zu unterscheiden:


Ergebnis A:
Blutspiegel ist normal
(im Vergleich zu früheren Werten)

Schlussfolgerung:
Änderung der Medikation
(wenn nicht ein vermeidbarer
Anfallsauslöser vorgelegen hat)

Ergebnis B:
Blutspiegel ist abgefallen
(im Vergleich zu früheren Werten)

Schlussfolgerung:
Grund für Spiegelabfall beseitigen,
keine Änderung der Medikation


Sie sehen, dass die beiden Möglichkeiten zu sehr unterschiedlichen Schlussfolgerungen bezüglich Ihrer Behandlung führen. Im Fall A sollte die Medikamenteneinstellung geändert werden, bei Möglichkeit B ist die Einstellung im Prinzip gut und kann so bleiben.

Wer soll die Blutabnahme durchführen,
wenn ich meinen Arzt nicht erreiche?

Falls ein Anfall zu einer Zeit auftreten sollte, zu der Sie Ihren Arzt nicht erreichen können, können Sie die Blutabnahme auch von einem anderen Arzt oder z. B. in der Notfallambulanz eines Krankenhauses vornehmen lassen.

Dies ist durch die Dringlichkeit der Blutabnahme gerechtfertigt, denn das Ergebnis hat ja erhebliche Auswirkungen auf Ihre Behandlung und kann unter Umständen überflüssige, aufwendige und teure Medikamentenumstellungen verhindern helfen. Bitte zeigen Sie gegebenenfalls dieses Merkblatt vor.

Das Blut kann ohne Probleme im Kühlschrank gelagert und später ins Labor gegeben werden.

Folgende Blutspiegel sollen untersucht werden:

• Carbamazepin
• Phenytoin
• Valproinsäure
• Phenobarbital
• Primidon
• Lamotrigin
• Ethosuximid
• N-Desmethyl-Mesuximid (Metabolit von Mesuximid)
• Oxcarbazepin
• Levetiracetam

Neben der Blutspiegelkontrolle gilt es natürlich, nach anfallsfördernden Umständen zu fahnden, von denen Sie aus Erfahrung wissen, dass sie bei Ihnen zu einem Anfall führen können. Überprüfen Sie genau, ob einer dieser Faktoren vorgelegen hat.

In jedem Fall ist es wichtig, rasch Kontakt mit Ihrem behandelnden Arzt aufzunehmen, um zu besprechen, was bei Ihnen angesichts eines wieder aufgetretenen Anfall zu tun ist. Mit ihm können Sie auch alle weiteren Fragen erörtern.

Mit freundlichen Grüßen



...................................................................................................................

Datum Arztstempel / -Unterschrift
Chronisches im Job erwähnen? Die Universität Köln hat zum Projekt „Sag ich’s? Chronisch krank im Job“ einen interaktiven Selbsttest entwickelt. Hier der Link:

https://sag-ichs.de/start
Ole
Beiträge: 18
Registriert: 2. Jan 2020, 10:10

Re: Epileptische Anfälle trotz Medikamente

Beitrag von Ole » 19. Jan 2021, 10:49

Hallo, da wir uns schon über Alkohol und seine Gefahren unterhalten, füge ich einen Link ein, der zu einem in den letzten Wochen gelaufenen Film "Die globale Sucht" führt. Wenn man sich das ansieht, kann man verstehen, dass wir als Epilepsiekranke es nicht leicht haben, permanent auf Schnaps zu verzichten. Sollte der Link hier nicht gerne gesehen sein, bitte ich um Löschung.

Und dann gab es vor einigen Wochen den Film über das Konsumieren von Alkohol. Hier der Link:
https://www.daserste.de/information/rep ... o-100.html
Chronisches im Job erwähnen? Die Universität Köln hat zum Projekt „Sag ich’s? Chronisch krank im Job“ einen interaktiven Selbsttest entwickelt. Hier der Link:

https://sag-ichs.de/start
Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Allgemeine Epileptologie“