Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

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snowflake
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Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

Beitrag von snowflake » 17. Jul 2021, 08:10

Hallo zusammen,

ich hätte nochmals eine Frage bzgl Anfällen.
Ich habe ja einen Shunt im Kopf (ein Ventil, das überschüssiges Hirnwasser abtransportiert damit es nicht zu Hirndruck kommt).
Diese Woche in der Physiotherapie hatte ich dann einen Krampfanfall. An diesem Tag (meiner Meinung nach- ich kenne ja die Symptome) klare Symptomkomplexe die auf den Shunt schließen lassen (Druck im Kopf/Nacken, Übelkeit usw).

Folgendes passierte (swoeit ich mich noch erinnern kann):
Ich lag auf der Behandlungsliege, als ich plötzlich "neblige Punkte" an der Decke sah. Ich dachte mir nichts dabei, ignorierte es.
Plötzlich passierte es wieder, ich sah ganz kurz diese nebligen Punkte wieder. Dann wurde mirs komisch im Kopf und im Körper (im nachhinein war es eine Art unruhegefühl), ich hörte zwar die Stimme meines Physio noch, aber "anders" und immer weiter entfernt. Konnte sein gesagtes nicht "fassen"- also vom Gefühl her wie wenn die gesagten Worte sofort wieder ausradiert werden.
Ich griff seine Hand die auf meiner Schulter war.
Dann wunderte ich mich, das er plötzlich nicht mehr hinter mir sondern neben mir saß, fragte mich Sachen die ich nicht verstand, ich konnte nicht sprechen. Durch das "nicht verstehen" und komisch wahrnehmen wurde die innere Unruhe immer stärker.
Ich verstand dann nur wie er zur Auszubildenden die auch im Raum war sagte "Hol den Notarzt!"
Mein Physio nutzte dann "Zweiwort bzw Dreiwortsätze". Diese waren für mich "fassbar" und ich konnte den Sinn dahinter verstehen. - Er sagte immer und immer wieder "Alles gut!" "Ich bin da!" "Keine Angst, okay!"
Irgendwann war das Unruhegefühl weg und ich nahm die Stimmen auch wieder normal wahr. Versuchte zu sprechen aber es kam kein Ton zuerstmal. Ich weiß nur, dass als ich dann Sprach, es sich irgendwie "nuschelig" anhörte. Ich hatte auch irgendwas gegriffen in der rechten Hand, was weiß ich nicht- das muss ich erstmal meinen Physio fragen was ich in der Hand gehalten hatte...
Der Notarzt kam und fragte mich was war (Bzgl Anfallserleben), was zuvor gewesen ist.
Er sagte ziemlich sicher etwas mit Hirndruck und dadruch wurde dieses Ereignis ausgelöst. Im RTW wurde ich dann immer klarer, dem Notarzt fiel auch auf, das ich minimal weniger bleich im GEsicht war und auch mehr Mimik zeigte als noch vor Minuten.
Mit Blaulicht ging es in meine Ex-Klinik (die ist am nächsten dran)- dort nimmt man mich jedoch nicht mehr ernst.
Erstmal lies man die Sanis und mich ewig an der Anmeldung warten. Es wurde dann gefragt ob man mich allein lassen könne, die Sanitäterin sagte "Nein, man muss sie beobachten!"
Die Ärztin kam, ich wurde in ein Zimmer gefahren (es war noch keine Diagnostik gelaufen, nichts). Ich war irgendwie trotzdem "nicht ganz da", konnte mich nicht mehr Bewegen, nicht drehen im Bett. Nur die Arme etwas heben, diese fühlten sich jedoch Kiloschwer an. Ich weiß nur wie ich immer wieder den Kopf unruhig von links nach rechts gedreht und umhergeschaut habe. - Gefühlt eine dreiviertel Stunde lang lag ich allein in diesem Zimmerchen. Ohne Aufsicht, ohne nichts.

Ich war so durcheinander, das ich immer wieder fragte ob meine Mama bescheid weiß. Ich wusste es einfach nicht mehr... draußen hörte ich dann die Frau an der Anmeldung schimpfen, sie hätte es mir doch schon mehrmals gesagt das sie bescheid wisse, das gehe ihr langsam auf die Nerven....

Nach ewigkeiten kam die Ärztin zum "untersuchen"- bzw nur kurz den Kopf auf die Brust ziehen. Das wars. Sie sagte ich sei ja nun wieder ansprechbar, es gehe nun ins CT. Ich konnte mich wie gesagt nicht mehr bewegen. Das sie mir helfen musste beim hinsetzen war ihr schon zu viel, sie war generft. Ich konnte kaum gerade sitzen, hatte Schlagseite.
Das CT zeigte angeblich einen Normalbefund, die Ärztin sagte man sähe nichts.
Das sei ihr aber schon klar gewesen bevor ich hier gewesen sei. Sie hätte dem Notarzt schon gesagt, das dieser Krampfanfall nicht vom Hirndruck käme, das gehe gar nicht. Aber dieser Mann hätte ja unbedingt nicht hören wollen...
Man schickte mich dann Abends um 20 Uhr wieder heim. Diagnose Krampfanfall- Ursache (angeblich) unklar.
Ich vermute jedoch ebenfalls stark, das es durch Hirndruck ausgelöst worden ist und werde mich nochmals dahinterklemmen, das meine aktuelle Klinik nochmal alles durchcheckt dahingehend.

Wie seht ihr das? Teilt ihr meine Vermutung, das Hirndruck der Auslöser war? Bzw das es sein kann das es dadurch passierte?
Ich bleibe auf jeden Fall dran bzgl Diagnostik....
Wenigstens kann ich nun wieder gerade sitzen etc, fühle mich stabiler. Trotzdem bleibt die ungewissheit...

Viele Grüße snowflake
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Igel
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Re: Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

Beitrag von Igel » 17. Jul 2021, 12:27

Was du beschreibst, snowflake, klingt nicht nach Krampfanfall, sondern nach einem dissoziativen Anfall. Vor allem, da du so Vieles halb-bewusst mitbekommst. Von meinen Grand Mals habe ich nichts bewusst erlebt. Mir wurde alles im nachhinein berichtet, als ich aus meiner Bewusstlosigkeit wieder zu mir kam.
Wurdest du schon auf dissoziative Anfälle untersucht?

Wünsche dir in jedem Fall gute Besserung! 🌼
Epilepsie diagnostiziert im September 2019 nach Grand Mal. Kleinere Anfälle hatte ich schon viel länger, diese wurden jedoch immer als psychisch und stressbedingt abgetan.
Behandlung derzeit: Levetiracetam 1500 - 0 - 2000 - 0
Noch nicht anfallsfrei, aber seit Jan 2020 kein Grand Mal mehr
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Re: Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

Beitrag von snowflake » 17. Jul 2021, 13:30

Ich habe schon Lücken Igel... ich konnte mit dem was gesagt wurde nichts anfangen, nicht reagieren, war nicht ansprechbar, alles war weit weg, nicht greifbar....
ich hatte ja keinen GM wie gesagt wurde.
Es war dasselbe Gefühl wie damals in der Reha wo währenddessen die Neuro zugegen war und auf einen Krampfanfall tippte.
Es gibt ja auch nicht nur "die großen" Anfälle sondern auch viele andere Muster...
Mir fehlt auch einges von der Physio....

Danke für die Genesungswünsche!
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Re: Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

Beitrag von Igel » 17. Jul 2021, 15:59

Alles was du beschreibst, ist für dissoziative Anfälle typisch - Realitätsferne, Verwirrung, nicht reagieren können. Dissoziative Störungen können schwerwiegend sein. Sie zu erkennen und gut zu behandeln ist wichtig. Deshalb meine Frage, ob du dahingehen schon untersucht worden bist. Alles Gute! 🌹
Epilepsie diagnostiziert im September 2019 nach Grand Mal. Kleinere Anfälle hatte ich schon viel länger, diese wurden jedoch immer als psychisch und stressbedingt abgetan.
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Re: Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

Beitrag von snowflake » 17. Jul 2021, 16:29

ich wurde dahingehend Untersucht, ja das stimmt. Damals hieß es besagte Anfäle seien Nebenwirkungen des Cannabis welches mir gegen die Spastiken probehalber verordnet wurde. - Seit dem Cannabis hatten diese Anfälle jedoch angefangen und sind geblieben. Bzw waren in letzter Zeit gut im Griff (weg), sind nun seit der Sache mit dem Hirndruck mehr aufgetreten.

Ich möchte nicht unverschämt klingen, ich möchte nur Fachsimpeln, versteh mich bitte nicht falsch.
Es war keine "Realitätsferne" n dem Sinn.... die Stimme entfernte sich und klang komisch. Ich konnte lange Sätze nicht mehr verstehen, den SInn nicht erfassen. - Meiner Meinung nach (nicht böse sein) klingt das eher nach einer Aphasie? Bzw einer Unterform davon...? Verwirrt war ich nicht, da hast du was falsch gelesen.
Ich habe zuerst neblige Punkte an der Decke gesehen, dann wurde mir komisch im Kopf, Unruhegefühl im Körper, nicht mehr sprechen können. Dann schon die erste "Lücke", denn aufeinmal saß mein Physio neben mir und ich weiß nicht wie er dahin gekommen ist... ichweiß nicht mehr was wir zuvor geredet haben, ich weiß nicht wer mir die Schuhe ausgezogen hat (plötzlich war ich in Socken), ich weiß nicht woher ch den blauen Fleck an der Hüfte habe der seit einem Tag nach dem Ereignis da ist. Ich war laut Notarzt (als ich wieder klar war) blass, kaum Mimik im Gesicht, 120ger Pulsfrequenz....

Ob das dissos waren glaub ich nicht, da ich zuvor ja Hirndrucksymptome hatte und mein Hirn dahingehend Schäden hat..

Ich hoffe du bist mir nicht böse wenn ich Fachsimpele
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Re: Krampfanfall- durch Hirndruck möglich?

Beitrag von Igel » 17. Jul 2021, 18:15

Ich bin auch keine Expertin, snowflake. Aber ich finde es wichtig, dass alle Seiten genau untersucht werden. Da sich epileptische und dissoziative Anfälle sehr ähneln können, gibt es Spezialkrankenhäuser, die sich damit beschäftigen. In einem davon war ich letztes Jahr 10 Wochen lang - damals war die eindeutige Diagnose Epilepsie. Da ich aber trotz hoher Dosierung meiner Medikamente weiterhin Anfälle habe (6 in den letzten 3 Wochen), komme ich am 29. Juli wieder für Wochen in eine Spezialklinik, um noch einmal genau untersucht zu werden.

Dir wünsche ich, dass deine Ärzt*innen sich ebenfalls sehr sorgfältig um eine genaue Diagnose bemühen.
Epilepsie diagnostiziert im September 2019 nach Grand Mal. Kleinere Anfälle hatte ich schon viel länger, diese wurden jedoch immer als psychisch und stressbedingt abgetan.
Behandlung derzeit: Levetiracetam 1500 - 0 - 2000 - 0
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