elektronische Patientenakte

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Kolibri
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elektronische Patientenakte

Beitrag von Kolibri » 21. Mai 2019, 22:12

Hallo Zusammen,

weiß nicht, wohin das Thema am besten passt.

Ihr habt sicherlich alle davon schon gehört. (https://www.kbv.de/html/epa.php)

ePA: Übergreifende Dokumentation der Krankheitsgeschichte

Die elektronische Patientenakte (ePA) ist das zentrale Element der vernetzten Gesundheitsversorgung und der Telematikinfrastruktur. Spätestens ab Januar 2021 müssen die gesetzlichen Krankenkassen ihren Versicherten eine solche ePA anbieten. So steht es im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Folgende Informationen über einen Patienten können in der ePA gespeichert werden:

  • Befunde
  • Diagnosen
  • Therapiemaßnahmen
  • Behandlungsberichte
  • Impfungen


Mich würde gern Eure Meinung hören: was haltet Ihr davon?

Ich selber finde es super, wenn man alles in der Hand hat. Auch gegenüber der KK, dass sie nur das erfährt, was für sie wichtig ist. Manchmal ist es so umständlich, einem Arztbrief u/o Befunde hinterher zu laufen - was meines Verständnisses dort schon drinnen wäre.

Nach dem SUDEP und irgendwann VNS möchte ich meine Krankenakten neu strukturieren bzw. neu anordnen.
LG, Kolibri
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aggi61
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von aggi61 » 22. Mai 2019, 07:40

Aktuell - so wie der Spahn das jetzt durchprügeln will - finde ich das bescheuert!

Datensicherheit zuletzt!

Ich kann mir aktuell nicht aussuchen, wer wann Zugriff auf meine Daten bekommt und ich muss ganz klar sagen:

Es geht meinen Zahnarzt einen Dreck an, warum ich beim Psychiater war (Depressionen evtl.) ob ich in einem KH vielleicht einen Suizidversuch hatte oder ob mich mein Gyn wegen eines Scheidenpilzes behandelt hat.

Bevor DAS alles nicht geklärt ist, kommt für mich das Ding nicht in die Tüte!!!

Der Spahn ist für mich einer, der aus der Hüfte schießt - immer will und nichts richtig macht.
Die Gemantik-Gesellschaft, die das Ganze nun so lange schon in der Hand hat (sind es 10 Jahre oder schon länger?) die tun ja jetzt auch so, als ob die das mit dem Datenschutz auch erst gehört haben.

Ich bin richtig sauer!
Ja! Ich war und bin dagegen - von Anfang an.

Meinetwegen würde ich meine Medis drauf speichern lassen, aber sonst nichts.

Man trägt evtl. sein Leben lang eine ein Mal diagnostizierte Falschdiagnose mit sich rum - sie ist ja gespeichert ...
Zweitmeinung? Überflüssig - wurde ja schon untersucht ... nicht nötig ...
Was? Du hattest nen Suizidversuch? Du warst mal in der Psychiatrie? Abgestempelt ...
LG aggi
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Kolibri
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von Kolibri » 22. Mai 2019, 13:11

Hallo aggi,

ich hab mehrere Seiten gelesen, u.a. stand irgendwo, dass der Patient bestimmt, wer welche Befunde lesen darf. Auf den Rest hat er/sie keinen Zugriff.
Man trägt evtl. sein Leben lang eine ein Mal diagnostizierte Falschdiagnose mit sich rum - sie ist ja gespeichert ...
Das stimmt, daran hab ich noch gar nicht gedacht. In einem Arztbrief von einer Psychiatrie hab ich gleich 3 Diagnosen über die ich mich dann beim eigentlichen Psychiater aufregte und die Situationen erklärt, warum es wahrscheinlich zu den Diagnosen kam und winkte ab: er kennt mich länger und weiß, welche Diagnose ich (nicht) hab. Also würde ich automatisch deswg. schon den Brief bzw. Bereich anderen Ärzten nicht zugänglich machen.

Wenn eine andere Variante eines anderen Unternehmen durchkäme, könnte man auch einstellen, ob ein Arzt irgendwelche Befunde bzw. Werte lesen darf. So könnte ein anderer Arzt lediglich die Blutwerte vom Psychiater sehen.
LG, Kolibri
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aggi61
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von aggi61 » 23. Mai 2019, 07:52

Moin Kolibri

Hast du die neuesten Artikel nicht verfolgt?

Süddeutsche:
Die elektronische Patientenakte, die von Januar 2021 an für jeden Patienten in Deutschland zur Verfügung stehen soll, wird zunächst eine entscheidende technische Einschränkung haben. Anders als geplant wird es für Patienten am Anfang nicht möglich sein auszuwählen, welche ihrer persönlichen Informationen ein Arzt, Apotheker oder Therapeut einsehen darf und welche nicht.

So wird etwa ein Physiotherapeut, der Einblick in die elektronischen Daten des Orthopäden braucht, auf diese Weise zum Beispiel auch über einen Schwangerschaftsabbruch seiner Patientin informiert. Oder ein Apotheker erfährt automatisch auch von der Psychotherapie seines Kunden.
https://www.sueddeutsche.de/politik/pat ... -1.4454860
Mag sein, dass das mit dem "bestimmen, was wer zu lesen bekommt" später mal kommt. Anfangs ist das sicher im Paket nicht drin ... :(
LG aggi
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von Amazoenchen » 23. Mai 2019, 18:20

In der CH kommt das auch, wann genau, ist noch unbekannt.
Die Ärzte reklamieren, es gebe zu viel Arbeit, Doppelspurigkeit, weil Schnittstellen nicht funktionieren u.v.a.m.

Auch seitens Patientenschutz ist man nicht sehr beruhigt. Die Sicherheit der Daten. Auf ein mal hat meine KK alle Unterlagen?

Immer die Sache mit Impfungen, Intoleranzen, Allergien, Medikamente und chronische Krankheiten.
Man wisse im Spital schneller Bescheid. - Die Krankheitsakten sind auch nicht immer à jour.

Wie war das, als ich mal etwas beim Arzt fragen wollte? "Rufen sie später nochmals an. Wir können im Moment in der EDV nicht nachschauen. Die EDV hat ein Problem..." Nach 3 Std. rufe ich nochmals an, der Telefonbeantworter: "Die Praxis bleibt heute geschlossen..... Im Notfall wenden sie sich....."

Eine digitale Patientenakte wird kommen. Und wer darin herum wühlen wird, das wird niemand wissen. Wird für Hacker sehr attraktiv.
Schreibfehler sind mit Absicht und nur zur Belustigung der Leser !
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von Kolibri » 23. Mai 2019, 22:55

Hi!

Wir haben heute meine Mutter besucht und da fiel mir das wieder ein. Wär echt eine Katastrophe für sie. Sowas in Eigenregie zu machen. Lieber passende Arztbriefe mitnehmen und dem Arzt bringen. Ich hab nur daran gedacht, was ich alles machen könnt.

Zwecks Personenschutz muss man bestimmt auch wieder was unterschreiben. Dann dürfte eigentlich auch niemand was vom anderen erfahren. Oder
LG, Kolibri
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aggi61
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von aggi61 » 24. Mai 2019, 06:26

Kolibri hat geschrieben:
23. Mai 2019, 22:55
Zwecks Personenschutz muss man bestimmt auch wieder was unterschreiben. Dann dürfte eigentlich auch niemand was vom anderen erfahren. Oder
Ich hoffe sehr!
MEIN letzter Stand war ja, dass das Wichtigste ja auf dem Handy oder dem Tablet gespeichert werden soll.

Na ja: Ich habe kein Handy ... und mein Tablet verschweige ich dann mal einfach ;)
LG aggi
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Meditester
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von Meditester » 24. Mai 2019, 11:16

Gesagt wird, dass es eine Erleichterung sein soll.
Doch muss nicht dann erstmals der entsprechende Teil
für den jeweils gerade behandelnden Arzt gefunden werden?
Ist das nicht wie das Suchen welches Puzzleteil ich gerade brauche?
Und soviel wird über Datenschutz gequasselt.

Aber auch mir ist es nicht geheuer.
Es ist doch immer mehr zur Internetspionage (Hacker) zu lesen/hören.
Und Wem werden dann meine Daten verkauft?
Dann kommt doch sicherlich mehr Medi-Werbung ins e-mail-Fach!
:evil:

Meditester
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von Amazoenchen » 24. Mai 2019, 18:11

Meditester

In den Arztbriefen und so müssten / sollten dann Mediziner herumsuchen und nicht Krankenpfleger. Wenn's eilt? Klar, EDV-Schulung. Aber wenn die anderen Ärzte nicht korrekt in die EDV eingegeben haben? Vergessen haben, die Medikation anzupassen?

Für die verschiedenen EDV-Systeme, die in den Arztpraxen herumgeistern, fehlen die Schnittstellen oder funktionieren nicht (richtig). Dann kommen falschen Daten... Wenn möglich, die vom Nachbarn.
So lange die Systeme nicht einwandfrei funktionieren, müssten die dopplspurig gefahren werden. (Daten doppelt eingegeben werden). Wer hat die Zeit dazu?

Datenschutz? - Ich habe ein müdes Lächeln.
Geld regiert die Welt. - Meine Daten sind nie sicher. In der elektronische Patientenakte erst recht nicht. Da haben zu viele Leute die Hände drin. (Krankenpfleger,
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Re: elektronische Patientenakte

Beitrag von aggi61 » 25. Mai 2019, 07:54

Aber wenn die anderen Ärzte nicht korrekt in die EDV eingegeben haben? Vergessen haben, die Medikation anzupassen?
Hört mir auf!

Ich hab erst neulich beim Neuro-Termin gut 15 Minuten mit meiner Ärztin diskutiert, dass ich KEINE Topiramat 200 mehr nehme und warum nicht!

Grund: Weil ja - ich hatte davon berichtet - das Rezept falsch ausgestellt war.

Ä: Aber Sie nehmen doch die 200er ...
I: Nee, Sie waren letztes Jahr mal nicht da, da war ich bei Ihrem Kollegen. Blut abgenommen, die Werte zu hoch. Da kam ein Anruf, ich soll die absetzen. Das muss doch vermerkt sein!
A: (Such such such im PC) Das war ... letztes Jahr im August? So lang nehmen Sie schon keine 200er mehr???
Wie kommen Sie damit klar?

:roll:
LG aggi
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