Die Medikamenteneliste meiner Tochter

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Kolibri
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Re: Die Medikamenteneliste meiner Tochter

Beitrag von Kolibri » 22. Dez 2022, 21:15

@panda:

Mir fiel nur auf, dass sie schon 2 AD auf 2 verschiedene Wirkungsweisen nimmt (trizyklisch u SSRI). Warum also noch eines? Es wird zwar auch bei PTBS eingesetzt, aber nimmt ja schon 1 Antipsychotikum. Als Versuch wäre es wert. Kann ja sein, dass sie es trotzdem braucht, aber manche Ärzte denken nicht sonderlich nach. Manchmal müssen halt unmögliche Kombinationen her, schon klar. Wenn man wüsste, ob das LEV bei ihr psychotisch wirkt, wäre es auch kontraindiziert.

Du weißt sicher noch von einer, die im Hufnagel-Forum davon eine heftige Psychose bekam. Leider wirkt aber nur das LEV antiepileptisch. Also war es eine Nutzen-Kosten-Rechnung und sie nimmt es weiterhin.

Kannst Du Dich vllt. noch an eine mit vielen Nicks erinnern? Sie nahm auch jede Menge, schließlich wirkte irgendwie nichts mehr richtig und dann wurde erst mal aussortiert. Mittlerweile braucht sie gar nichts mehr, Epilepsie ist verschwunden. Hat ähnliche Vorgeschichte wie die Tochter von Angel.
LG, Kolibri
AngelofSpirit
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Re: Die Medikamenteneliste meiner Tochter

Beitrag von AngelofSpirit » 22. Dez 2022, 21:44

Ich hab da langsam auch keinen Überblick mehr warum meine Tochter soviele verschiedene Medis nimmt....und ich habe das Gefühl mindestens die Hälfte davon bräuchte sie nicht wirklich , wenn man mal richtig schauen und sie einstellen würde....
Aber die in der Klinik fackeln da nicht lange....Hauptsache der Patient macht keine Arbeit....grrr....
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Amazoenchen
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Re: Die Medikamenteneliste meiner Tochter

Beitrag von Amazoenchen » 23. Dez 2022, 17:33

Kolibri, meinst Du Zora?

Das mist dem Feststellen, ob ein Medi noch wirkt oder nicht, ist auch nicht ohne. Ist ein sehr mühsamer Spaziergang, das Medi auszuschleichen mit dem Wissen: Es kann jederzeit ein Anfall kommen, muss nicht. Einfach mit der Überzeugung das Medi ausschleichen, es wirkt nicht.

Beim Lamictal war auch ich übereugt, dass bei der hohen Dosis (über 600 mg), Lamictal so gut wie keine Wirkung mehr hat und wir schlichen es aus. Es ging super. Und eigentlich war ich schon auf der Zielgeraden, als auf ein mal Anfälle kamen. Ich und mein Doc haben uns schon am Kopf gekratzt, erst so spät, bei etwa 100 mg. Wir beschlossen, da wir schon so weit unten waren, das Lamictal doch ganz rauszunehmen und eine andere Substanz einzusetzen. Dass dies dann eine total Pleite sein würde, wussten wir damals noch nicht. Dafür fanden meine Gehirnzellen das Frisium mega-lecker. Und Doc fand, man könnte versuchen, es als Dauer-Medi zu nutzen. Oft gehe die NW Müdigkeit zurück. - Ich habe Frisium jetzt über 3 Monate genommen, aber so eine Schlafmütze wie letzten Monat... Ne, bitte nicht als Dauerzzustand.

Jetzt wird leckeres Cenobamat ausprobiert. Frisium darf nicht als Stütze genommen werden, da Wechselwirkungen. Da muss Rivotril her. 0,5 mg. Ich hatte in meinen besten Zeiten 10 mg Rivotril / Tag und trotzdem täglich Anfälle. Und nun sollen es Briviact, Zonegran und 0.5 mg Rivotril richten in 12 Wochen kann man dann mal schauen, dann bin ich mit Cenobamat bei 175 mg. (keine 50er-Schritte, sondern 25er-Schritte, mein Doc möchte es).

Ihr könnte da schon leicht sagen, ein Medikament weniger etc. Ihr braucht aber auch den Patienten, der mitmacht und nicht nur zögerlich oder ängstlich ist. Sondern überzeugt ist, dass er es packt.

Ich denke, in dem Moment ist die Vertrauensbasis zwischen Arzt und Patienten enorm wichtig.
Bei mir weiss ich, dass der Doc selbst nicht weiss, wie gut das Rivotril wirken wird. Aber das ist kein Weltuntergang. Er hat es mir frei gelassen, ob ich in die Wechselwirkung reinlaufen will Cenobamat verstärkt die Wirkung von Frisium. Ob ich es ausprobieren will, wie es bei mir sei.
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
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