Selbst-Handlen bei Anfällen von Gerd Heinen & Rosa Michaelis

Fragen über die Wirksamkeit von Therapien, die nicht oben aufgeführt sind.
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Amazoenchen
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Selbst-Handlen bei Anfällen von Gerd Heinen & Rosa Michaelis

Beitrag von Amazoenchen » 30. Dez 2022, 19:13

Hallo Ihr Lieben

Ich habe schon 3 Interviews zwischen Heike Hantel und Frau Dr. Rosa Michaelis (Neurologin und Psychologin, an einem Epi-Zentrum tätig) gehört.
Dann war im November ein online-Vortrag der epi-suisse über "Medikamente" aber einer ganz abderer Art.

Da hat sie kurz den Titel der insgesamt 12 Arbeitshefte genannt, aus welchem sie glaub die Medikamente rausnahem. Es verblüffte mich schon ein wenig, wie stark unsere Psych gewollt oder ungewollt an der Wirkung von Medikamenten beteiligt ist. Ich habe mir nun alle 12 Hefte gekauft (sind nicht gratis).

Man kann sie auch als pdf-Dateien kaufen, dann kosten die noch die Hälfte.
Der Text ist in einfachem Deutsch geschrieben. Die Hefte sind so konzipiert, dass auch Einzelpersonen ohne Theraoeuten, sich daran wagnen können. Man muss in Epi kein Profi sein, weil es erklärt wird.

So, wie ich es bis jetzt einschätze, habe erst die lange Einleitung gelesen, kann ich sicher auch daraus was lernen. Vielleicht hole ich mir was Positives für meine Therapie raus? - Eins weiss ich schon mal: Wenn ein Medi nicht wirkt, ist weder der Doc, noch die Pharmabranche...

Folgendes wurde in der Zeitung "Epileptologe" 33/2022
https://link.springer.com/article/10.10 ... 20-00342-8
Hintergrund
Die Lebensqualität von Menschen mit Anfällen wird neben medizinischen Variablen maßgeblich durch ihre Selbstwirksamkeitsüberzeugung beeinflusst.

Zielsetzung
Entwicklung von deutschsprachigen Arbeitsmaterialien Selbst-Handeln bei Anfällen zur Ergänzung der medizinischen Behandlung durch eine psychotherapeutische systematische Förderung der allgemeinen und anfallsbezogenen Selbstwirksamkeitsüberzeugung.

Material und Methode
Das Arbeitsmaterial wurde auf der Basis eines US-amerikanischen Arbeitsbuches entwickelt und integriert bewährte Konzepte aus der Selbsthilfearbeit sowie eigene Ergebnisse, die in Psychotherapiestudien gesammelt wurden. Mittels Praxisforschung wurden Handlungsstrategien, die sich bei Patient*innen mit Anfällen als hilfreich herausstellten, auf evidenzbasierte gesundheitsfördernde Wirkfaktoren untersucht. Diese Wirkfaktoren werden vor dem Hintergrund psychotherapeutischer und (verhaltens)medizinischer Theorien schrittweise erklärt und anhand von Fallbeispielen veranschaulicht. Seit 2014 wurde das Arbeitsmaterial in mehreren zirkulären Praxistests von Patienten*innen und anderen Expert*innen auf seine Relevanz und Verständlichkeit hin untersucht.

Ergebnis und bisherige Erfahrungen
Das Resultat dieser Entwicklung sind 12 Arbeitshefte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Die Hefte eigenen sich sowohl zum Selbststudium als auch zur Bearbeitung in einer anfallsbezogenen Einzel- oder Gruppenpsychotherapie und werden in 2020 veröffentlicht.

Vorläufige Schlussfolgerungen und Ausblick
Qualitative Daten weisen darauf hin, dass die Arbeitsmaterialien den Ansatz des Comprehensive Care durch eine systematische Einbeziehung individueller Ressourcen von Patient*innen stärken. Fortbildungen von Kolleg*innen und eine quantitative Evaluation der Wirksamkeit des Behandlungskonzeptes sind in konkreter Planung.
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
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