Wie ergeht es euch damit?

worf1001
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Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von worf1001 » 8. Dez 2021, 18:18

Hallo zusammen

Ich bin neu hier im Forum.

Im November 2020 hatte ich in der Nacht einen epileptischen Anfall (gemäss Beschreibung meiner Frau). Es kam so, als sie aufgrund meines "Schnarchens" im Nebenzimmer schlief, komische Geräusche von mir vernahm. Als sie zu mir kam hatte ich die Augen offen und starrte ins Leere. Zudem habe ich die Beine und Arme angezogen und gekrampft. Gebissen habe ich dabei auf die Zunge. Seltsame Begebenheit währenddessen: Ich habe während des Krampfes plötzlich kurz aufgehört, den Kopf auf die Seite gedreht und das Blut aus dem Mund laufen lassen. Danach den Kopf wieder zurückgedreht und nochmals weitergekrampft.

Meine Frau rief dabei den Notruf. Währenddessen bin ich aufgestanden und herumgelaufen und schrie immer: "Hilfe, mir ist so schlecht! Hilfe!". Ich bin jeweils wieder auf den Boden gefallen, aber immer wieder aufgestanden. Als der Notruf kam, ging es genauso noch weiter. Sie sagten, ich sollte mich auf einen Stuhl im Wohnzimmer setzen. Ich sagte: "Hey was soll das!" und bin wieder aufgestanden. Dann sagten sie mir ich solle mich auf das Sofa legen. Ich habe mich hingelegt und habe ich mich gleich wieder hingesetzt. Dabei bin ich zu mir gekommen und habe gefragt: "Was machen die Leute hier? Ist das nun notwendig gewesen?"...

Danach ging ich ambulant ins Krankenhaus. Es wurde ein CT gemacht. Jedoch ohne Befund. Medikamente habe ich keine erhalten.

Ca. 2 - 3 Wochen später hatte ich einen Termin beim Neurologen. Das EEG ergab: "keine epileptogene Läsion" und "leichter rechts temporo-okzipitaler Verlangsamungsherd, keine ETPs".
Grundaktivität: gut ausgeprägter Alpha-Grundrhythmus um 9/Sekunde, Berger-Effekt positiv
Vigilanz: wach
Regionale Aktivitätsveränderungen: intermittierend polymorphe Theta-Wellen rechtstemporal hinter bis okzipital.
Entladungen: keine

Zusätzlich wurde ein MRT gemacht mit Ergebnis:
Kein Nachweis eines epileptogenen Focus, kein Nachweis einer Hippocampus- Pathologie. Keine Dysplasien oder Heterotopien. Das Altersmaß überschreitende Anzahl an White-matter-lesions in unspezifischer Verteilung

Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich eingenommen: Seropram Morgen 10mg und Trittico Abend 25mg
1 Monat vor Anfall habe ich CBD-Öl 10% 3-3-0-3 Tropfen genommen (nach dem Anfall nicht mehr)

....
worf1001
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von worf1001 » 8. Dez 2021, 18:18

Anfangs März 2021 hatte ich wieder (gem. Beschreibung meiner Frau) einen epileptischen Anfall. Ich schlief ein und wachte auf als sie neben mir Stand mit einer Tasse Tee in der Hand. Ich habe davon etwas getrunken und sagte, dass ich Kopfschmerzen habe. Ich habe 1G Dafalgan genommen und bin zurseite gelegen und wieder eingeschlafen.

Im nächsten Moment wo ich wach wurde, lag ich im Krankhaus auf der Intensivstation. Was in der Zwischenzeit passierte - KEINE Ahnung. Gemäss nachträglichen Beschreibungen hat folgendes stattgefunden:

Gegen Morgen bin ich auf dem Bauch gelegen. Dabei habe ich plötzlich wieder so versteift gekuckt und mich umgedreht und mit dem Krampfen am ganzen Körper angefangen. Meine Frau ging gleich und rufte 144 an. Das Krampfen dauert vielleicht 3 Minuten. Danach bin ich auf die Seit des Bettes und wollte aufstehen, aber sei immer wieder hingefallen. Ich hätte wild um mich geschlagen. Meine Frau musste den Nachbarn rufen. Er schaute so gut es ging, bis die Sanitäter kamen. Sie wollten zuerst den Anfall mit einem Medikament durch die Nase unterbrechen (wahrscheinlich Temestähliches Mittel). Wobei ich denke, es war nicht mehr der Anfall sondern das Nachher. Jedenfalls mussten sie mir so ein Narkosemittel geben damit ich schlief.

Im Spital wurde wieder CT gemacht, welches nichts ergab. Am Herz angeschlossen gab auch nichts. Im Spital hatte ich dann intravenös 1500mg Keppra erhalten. Dann hiess es, dass nach dessen Gabe ich aufklarte und wieder zu mir kam.

Ich musste 1 Nacht zur Kontrolle im Spital bleiben.

Danach hatte ich Keppra verordnet bekommen: 750 - 0 - 750.

Zu diesem Zeitpunkt nahm ich also:
Morgen: 10mg Seropram, 750mg Keppra
Abend: 25mg Trittico, 750mg Keppra

Ich ging dann zu einem Psychiater mit dem Ziel Seropram und Trittico abzusetzen.
Beides war bis ca. Mitte Juli erledigt.

Unter Keppra hatte ich jedoch starke Gemütsschwankungen, wurde depressiv und aggressiv. Diese Symptome hatte ich schon vor dem Absetzen von Seropram und Trittco.
Also entschied ich das Medikament zu wechseln. Weil die Stimmungsschwankungen waren wirklich anstrengend.

Die Neurologin erstellte für mich einen Wechsel schrittweise von August bis Anfang November von Keppra zu Lamictal. Ich erhöhte also im 2-Wochen-Rhythmus jeweils Lamictal und reduzierte dabei Keppra.

Heute nehme ich: Lamictal 100 - 0 - 100

So ca. ab der 4. Woche der Umstellungen fingen Einschlafstörungen an. Anfangs waren diese vereinzelt. Vielleicht 1x pro Woche. Oder wenn ich mal etwas Stressiges vor mir hatte. Es ging mal eine Woche da schlief ich innert 3 Nächten vielleicht ca. 3 bis 4 Stunden. In der 4. Nacht hatte ich dann Temesta genommen um endlich mal durchschlafen zu können. Danach ging es wieder paar Tage gut.

Am 20.9 hatte ich beim Hausarzt 1 Packung (20 Stück) Temesta 1mg abgeholt. So bis zum endgültigen Ende von Keppra hatte ich das vielleicht 6x gebraucht. Nach Ende von Keppra konnte ich keine Nacht nicht mehr einschlafen. Ich lag immer bis 02:00 Uhr wach. Zwischendurch nahm ich dann um 02:00 Uhr Temesta 1 oder 2 Stück. So hatte ich in 9 Wochen ca. 17x Temesta genommen. Nie 2 Tage hintereinander.

Meine Neurologin hatte mir deshalb Mirtazapin 15mg gegeben. Da ich gelesen habe, dass schon eine geringe Dosis ausreicht, habe ich das erste Mal 3.75mg (1/4 Tablette) genommen. Ich schlief auch ein, schlief mit extremem Träumen, aber war am nächsten Tag vollkommen kaputt. Die anderen Tage wo ich erst um 02:00 Uhr geschlafen hatte und dabei 5-6 Stunden schlaf hatte, ging es mir viel besser.

Somit war die Verwendung von Mirtazapin ein ständiges hin und her. Einmal nahm 7.5mg vor dem Schlaf. Einmal 15mg und einmal nichts....... bis auf letzten Sonntag (war Vorwoche wegen so wenig schlaf 2 Tage krank). Da nahm ich ca. 1 1/2 Stunde vor dem Schlafen 7.5mg Mirtazapin. Als ich um halb 2 trotzdem noch wach lag, nahm ich nochmals 7.5mg. Ich schlief dann um 05:00 Uhr ein und schlief vielleicht 2 Stunden.

Ich ging zum Arzt, weil ich nicht mehr konnte. Der Arzt gab mir Temesta damit ich endlich mal durchschlafen konnte. Also nahm ich gestern Abend um 19:00 100mg Lamictal wie üblich um 20:00 15mg Mirtazapin und ca. 15min vor dem Schlafen 2 x 1mg Temesta. Ich schlief durch ganze 9 Stunden.

Nun wollte ich fragen:

- Kennt jemand Keppra? Wie sind die Erfahrungen?
- Kennt jemand Lamictal (Lamotrigin) und wie sind die Erfahrungen?
- Sind Schlafstörungen euch darunter bekannt?
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Meditester
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von Meditester » 9. Dez 2021, 01:00

Willkommen im Forum ?

Einige vertragen Keppra sehr gut, selbst in hoher Dosierung.
Andere, ich ebenso, vertragen es nicht gut aufgrund der NW.
Bei mir z.B. Steigerung der Anfälle mit der Zeit, verschiedenste Typen, große Müdigkeit,
gereizte Stimmung bis nach einiger Zeit dann die "Entladung," ein Wutausbruch kam,
den der ab bekam der gerade anwesend war, viele Dinge fallen gelassen
Nach Absetzen von Keppra war es wie Erwachen aus einer Welt hinter einem Schleier
wie zurück kommen in die reale Welt

Lamictal nehme ich jetzt
zuerst als NW oftmals Nasenbluten was dann aber nach einigen Wochen nicht mehr auftrat
noch habe ich Anfälle, jedoch meist nur Auren
Schlafstörungen habe ich meist bei Vollmond
sonst achte ich nicht weiter genau darauf

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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von worf1001 » 9. Dez 2021, 09:48

Ja, also bei dieser Dosis Lamictal habe ich bis jetzt einfach die Schlafstörungen als Nebenwirkung empfunden. Ok, vielleicht noch, dass ich mich weniger fit fühle als vorher. Das kann aber auch ein subjektives Gefühl sein.

Nun zu Schlafstörungen habe ich schon früher geneigt. Besonders wenn ich Stress hatte oder Nervös/Angst verspürte.

Dies hatte ich meiner Neurologin mitgeteilt. Sie sagte es ist nicht gut, Schlafmangel zu haben, da es dadurch eher einen Anfall geben kann. Das machte mir Angst. Deshalb habe ich noch mehr auf die Einschlafstörungen geachtet. Ein Teufelskreis ist entstanden.

Wie gesagt, am Montag hatte ich nochmals Temesta zusätzlich zu Mirtazapin 15mg genommen. Was ich verspürte war ein sehr starker Herzschlag. Ich hatte richtig gefühlt wie das Herz pochte.

Die letzten 2 Nächte hatte ich dann nur Mirtazapin 15mg genommen. Jeweils um 20:00 Uhr. Um 19:00 Uhr nehme ich übrigens Lamictal. (Am Morgen um ca. 09:00 Uhr). Das bewirkt, dass ich um 22:00 Uhr total k.o. bin. Ich schlafe dann schon innert ca. 1 Stunde ein. Aber die Nacht ist wirr, wache immer wieder auf, Träume sehr viel und bin um 08:00 Uhr wenn der Wecker klingelt, total kaputt. Meist dann den ganzen Tag durch. Keine Ahnung was ich machen soll. Fühle mich wie ein Zombie. Weiss ja nicht, wie ich so den ganzen Tag am PC arbeiten soll.

Die grösste Angst ist, dass wenn ich Mirtazapin absetze und dann wieder nicht schlafe, dass ich eher einen Anfall wieder bekommen könnte.

Und was mir aufgefallen ist: Ich habe ständig Herzrasen. Bei wenig Bewegung schon über 100. Im Ruhen so zwischen 90 und 100. Weiss nicht, ob das vom Mirtazapin kommt oder vom Lamictal
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von Amazoenchen » 9. Dez 2021, 19:15

Ich komm grad nicht dazu, gross zu schreiben.
Es sind klassische NW, die Du bei Keppra und Lamictal beschreibst.
Nebenwirkungen mit einem anderen Medikamente - erst recht nicht mit Temesta zu beseitigen, ist m.E. falsch. Die Kompetenz Deines HA, dass er Dir so locker Temeste verschreibt und der Neuro, dass der so nett zuschaut und nicht interveniert.
Morgen mehr ;)
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von worf1001 » 9. Dez 2021, 19:47

Danke, für den erstmal kurzen Beitrag…

Gilt dies auch für Mirtazapin?

Was ist denn das grössere Risiko? Schlafmangel oder sogar kein Schlaf oder Temesta zum endlich mal durchzuschlafen?

Ich verstehe es schon bezüglich Temesta. Besonders wenns mal nicht mehr im Notfall funktionieren könnte. Aber was soll ich tun?

Ich nehme jetzt seit über einer Woche Mirtazapin, in unterschiedlichen Dosierungen, seit 3 Tagen fix 15mg. Und ich bin heute todkaputt, todmüde und missmutig. Und die Nächte: Träume sehr viel bewusst und wache zwischen 5 bis 10x bewusst auf.

Gerne warte ich auf mehr ;-)
Keine Ahnung was tun…
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von Meditester » 9. Dez 2021, 22:30

Hallo!
Bedenke, das wir keine Mediziner sind!
Daher sind es meist eigene Erfahrungen von denen wir berichten.
Oder wir geben Ratschläge was man machen könnte, bei wem man Hilfe suchen kann.


Wie ich nun gelesen habe ist Temesta ein Benzo.
Das kann angstlösend, befreiend wirken.
Ich nehme aufgrund sonst auftretender Muskelkrämpfe (ohne Ende) Stesolid.
Das ist ebenso ein Benzo. Zu Beginn hatte ich erst auch mit starken Träumen zu tun.

Nun ist es so das ich von der eigentlichen Dosis nachts und morgens je 5mg
versuche nur noch 2,5 mg zu nehmen. Mittlerweile funktioniert es.
Nur vor OP oder besonders Stresseinfluss muss ich eine Extradosis nehmen.
Das Temesta kann möglicherweise Grund für Herzrasen sein.
Das geht mir manchmal nach der Einnahme vom Stesolid so.
Beobachte mal wann es bei dir auftritt, in welchen Situationen.

Ebenso kann es zwischen Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen.
So ist vielleicht "dein Mix" unpassend.

Mache dir aber bitte nicht zu viel Stress, keine Angst.
Fast Jeder hier hat schon eine lange "Teststrecke" bewältigen müssen
bis eine bzw. mehrere Medikamente funktionierten.


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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von Amazoenchen » 10. Dez 2021, 20:42

Hallo

Also, vorab. Auch ich bin kein Medizin-Mann. Ich kann nur aus Erfahrung schreiben. Von Vorträgen. Von (seriösen) Dok_TV-Sendungen.
Keppra, Lamictal, Temesta kenne ich aus eigener Erfahrung 8-)

Keppra:
Du hast klassische Nebenwirkungen von Keppra erwischt. Gut das es abgesetzt wurde. - Ich nahm über 12 Jahre Keppra und dachte: Ne, ich und NW von Keppra? Ich habe keine suizidale Gedanken oder sehe alles schwarz in grau. Aber als Keppra durch das Nachfolgeprodukt (Weiterentwicklung) ersetzt wurde, seitdem bin quasi die Fröhlichkeit in Person. Ich hätte das nie im Leben gedacht. Briviact heisst das Medikament und ist noch nicht so lange auf dem Markt.

Lamictal:
Prima, dass es bei Dir so langsam eindosiert wurde. Das mit den Schlafproblemen, wie Du sie erlebst, ist auch nichts Neues. Das kannst Du in jedem Forum nachlesen. Aber wenn Du bereits zu Schlafproblemen geneigt hast, hätte man das schon voraussehen können? - Keine Ahnung.
Temesta:
Temesta ist ein Benzodiazipin (kurz Benzo). Wird in der Psychiatrie bei bestimmten akuten Zuständen eingesetzt. Aber nur in ganz engmaschiger ärztlicher (hier der Psychiater) überwachung.
Bei der Epilepsie wird es als Notfallpräparat eingesetzt. Z.B. um einen Anfall zu unterbrechen. Ich habe Anfälle, die über 5 Min. gehen können, aber noch handlungsfähig bin. Dann werfe ich mir eine rein.
Oder vor einer Zahnarztbehandlung / Dentalhygiene. Da habe ich bei beiden schon - aus für mich unerklärlichen Gründen einen Anflall gehabt, bei dem ich gar nichts mitbekomme und danach mich mind. 5 Min. an gar nichts erinnere und dann beginnt meine Re-Orientierungsphase. - Für meinen Dentalhygieniker war das der Schock seines Lebens.
Aber das ist v.a. mit dem Zahnarzt dann abgesprochen - wegen den Schmerzspritzen.

Temesta als Schlafmittel. Das kann hie und da mal eingesetzt werden, das hat sicher seine Gründe. Bei Dir ist die Ursache bekannt. Und die Ursache mit einem Benzo zu unterdrücken, ist effektiv doof. Benzos können schon nach extrem kurzer Zeit abhängig machen. In Deutschland / Schweiz wird v.a. von den Hausärzten die Bemzos ohne gross nachzufragen, verschrieben. Es gibt sehr viele, die davon unnötig abhängig sind.

Deshalb, das ist nun meine ganz persönliche Meinung: Es ist Quatsch, eine NW eines Medikamentes mit einem bedenklichen Benzos zu behandeln. Auch wenn es später Mitarzipin ist. Das ist auch nicht ohne.
Wenn die Ursache bekannt ist und die Möglichkeit besteht, diese zu eliminieren, dann sollte das gemacht werden. Kurz:
Lamitctal durch ein anderes Medikament ersetzen.
Es gibt noch viele Medikamente zur Auswahl. Lamictal und Keppra, die sind sehr gut verträglich - meistens, und auch schon längere Zeit auf dem Markt. Sie werden deshalb sehr oft eingesetzt.

Ja, ich weiss, wie es ist, auf Medikamenten-Suche zu gehen. Das kann sogar extrem mühsam sein. Wenn die Wirksamkeit von Keppra klasse war, dann wäre Briviact eine Alternative gewesen. Kann von heute auf morgen 1:1 ersetzt werden.
Ich habe daneben noch Lamictal, Lyrica (wegen Schmerzen) und Zonegran. - Vom Zonegran wurde ich extrem müde. Ich schlief um 12.30 Uhr im sitzen ein. Da ich noch vormittags arbeite und das Zeug so gut wirkt, nachm ich diese NW in Kauf nach 5 Jahren erklärt ich dem Doc: Bitte reduzieren. (Wir hatten vorher schon 2 mal die Dosen am Tag verteilt, resp. 1 mal grad aufs mal gegeben. - Das ist bei dem Medi möglch). - Der Doc meinte: Er schlage vor, einen letzten Versuch zu machen. 100 mg morgens und 400 mg kurz vor dem Schlafengehen. - Und? Schwupp, ich war um 12.30 Uhr wieder hellwach. Der Onkel Prof. arbeitet schon lange als Epileptologe und ich arbeite auch gut mit ihm zusammen.

Wenn das nicht funktioniert hätte und die Reduktion wieder zu mehr Anfällen, dann wäre die Suche nach einem (noch möglichen) anderen Präparat weitergegangen. Aber sicher nicht, die NW mit einem anderen Medi zu "eliminieren." Niemals.
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von worf1001 » 11. Dez 2021, 16:45

Hallo zusammen

Vielen Dank für eure Antworten.

Zu Temesta: Das Ganze fing so mit der Umstellung von Keppra zu Lamictal an. Ja, es kam halt irgendwie alles zusammen. Im Juni / Juli hatte ich Trittico (Trazadon) abgesetzt. Hatte immer auch irgendwie den Verdacht, dass ich vielleicht die Anfälle in der Nacht deswegen war. Ab September kam es immer wieder mal zu Einschlafstörungen. Wobei das Einschlafen immer ab 01:00 Uhr / 02:00 Uhr möglich war. Es war immer in etwa die gleiche Uhrzeit. Deshalb habe ich dann (1x oder 2x pro Woche) Temesta genommen um den Schlaf wieder nachzuholen. Danach war ich immer wieder fitt.

Als dann Keppra ganz ausgeschlichen war, ging es richtig los. Glaube aber nicht, dass es alleine an Lamotrigin lag. Hatte auch bedenken, dass Lamotrigin genauso gut in der Nacht gegen die Anfälle wirkt. Somit logisch, dass ich nicht einschlafen kann. Also kam es dadurch quasi zu einem Teufelskreis.

Herzrasen habe ich definitv nicht vom Temesta, sonst hätte ich das vorher gemerkt. Hatte aber das Gefühl, dass ich seit Lamotrigin nehme, weniger fit bin und eher ausser Puste bin, wenn ich mal den Berg hochlaufe. Vielleicht ist dies aber auch psychosomatisch. Das Herzrasen habe ich eher seit Mirtazapin empfunden.

Ja das Mirtazapin macht mich einfach fertig. Am Morgen bin ich sowas von k.o., dass ich eigentlich den ganzen Tag nicht wirklich wach werde. Die Espresso's (2 am Tag) wirken nur kurzzeitig positiv. Und ich bin letargisch und habe keine Nerven. Meine Frau muss darunter leiden. Mag nichts ertragen und reagiere gleich genervt, wenn sie etwas fragt. Also, dann lieber 2x die Woche Temsta und dafür alle Tage fit.

Ich war auch viel fitter, als ich nur 4 - 6 Stunden geschlafen habe. Nur dann heisst es ja, dass Schlafmangel zu Anfällen führen kann. Deshalb das ganze Theater... doch ist dem wirklich so? Ich hatte nun seit 08.11.21 sicher 3 Wochen nur immer zwischen 5 oder 6 Stunden geschlafen. Bin immer erst um 01:00/02:00 eingeschlafen und habe dann bis 07:30 / 08:00 geschlafen. Hätte ich da nicht längstens einen Anfall bekommen sollen? Danach waren es vielleicht noch 4 Stunden eine ganze Woche lang....

Ich weiss von Lamotrigin auf ein anderes Medi wechseln ist eine Möglichkeit. Aber es leistet ja bis anhin gute Dienste. Keine Anfälle trotz diesem Schlafmangel. Gibt es da nicht etwas besseres? Ein Medi, das nicht die Krampfschwelle senkt und auch nicht einem den ganzen Umhaut (ich arbeite in der IT, ganzer Tag am PC). Da kann ich nicht hundemüde sein....
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Amazoenchen
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Re: Wie ergeht es euch damit?

Beitrag von Amazoenchen » 12. Dez 2021, 19:33

Hallo

Da beisst sich doch die Katze in den Schwanz.

Temesta sollte einfach ein Tabu sein.
Ich kann nicht sagen: Probiere dies oder jenes aus. Ich weiss aber, es gibt noch einige Substanzen, die bei GM, und fokalen Anfällen eingesetzt werden. Das muss individuell mit dem kompetenten Epileptologen angeschaut werden.

Ich würde Dir mal das ans Herzen legen.
https://diakonie-kork.de/wp-content/upl ... dlagen.pdf

Dr. Günter Krämer hat insgesamt 8 Bände (einfach zu verstehen) geschrieben.
Du findest sie hier:
Musst ein wenig runterscrollen.
https://diakonie-kork.de/epilepsiezentr ... epilepsie/

Ich weiss nicht, ob Du bei einem Feld-, Wald- und Wiesen Epi-Doc bist. Die standard-Neurologen haben das Fach Epilepsie nicht gross durchgenommen. Deshalb gibt es Zusatzausbildungen. Wenn Du es noch nicht bist (was ich mit dem "Gewurstel" von Gegenmittel von Nebenwirkungsmittel vermute), dann schaue mal hier nach. Du kannst ganz einfach das Bundesland anwählen. Mach Dir die Mühe. Es erspart Dir viel Leid- normalerweise.

http://www.dgfe.org/home/index,id,47,se ... _MEMO.html

Hast Du schon mal alternative "Schlafmittel" (8-tung, immer zuerst Neuro fragen, ob es sich mit dem Lamictal verträgt. Es gibt auch rein pflanzliche Mittelchen, die frei erhältlich sind, aber extrem kontraproduktiv. Und die Drogerie geschweige der Beipackzettel was weiss. Und der HA auch nicht, weil der Beipackzettel nichts hergibt.)
Wenn's mir recht ist, bringt es aber auch nichts, Entspannungsbad, Schlaf-Tee, etc.
Wenn Keppra bei Dir anfallstechnisch gut war, wäre es eine Alternative.

Mein Doc möchte bei mir das Lamictal rausschmeissen, da bin ich nicht abgeneigt, fragt sich einfach: Ersetzen? Wenn ja, womit? Zonegran bleibt. Lyrica keine Frage. Worf, mein Doc hat schon seit Jahren das Phenobarbital im Auge. Zonegran war dann der Treffer. Nun geht es ums Lamictal. Und er hat erst eben nochmals seine Liebe zum Phenobarbital im Gespräch Nachdruck gegeben. Und ich habe ihm den Tarif durchgegeben, weshalb ich dieses Medi nicht haben will. (Aber begründet.)
Fürs Cenobamat (ist bei uns noch nicht zugelassen) sei ich offen, da habe ich von Steinhoff doch schon recht erfreuliches gehört.

Ich sage Dir an der Stelle eins: Immer gut informiert zu sein, auch wenn es selbst nicht auf sich zutrifft, ist immer ein Plus.
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