Oligoepilepsie?

Benutzeravatar
aggi61
Beiträge: 382
Registriert: 5. Mai 2019, 07:45

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von aggi61 » 13. Okt 2021, 07:32

Wie würdet ihr das Medikament absetzen? Über welchen Zeitraum?
Verminderung der Dosis um zweimal täglich 500 mg alle zwei bis vier Wochen ... hab ich so auf die Schnelle gefunden.
LG aggi
Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 501
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Amazoenchen » 14. Okt 2021, 17:37

Liebe Aena

Ich bin während dem EEG fast mal eingeschlafen. Sieht man auch prima auf dem EEG.
Ja klar haben Medikamente Einfluss auf ein EEG. Bei mir sind ein paar mal die epilepsietypischen Potenziale weggeblieben. Hatte aber trotzdem noch Anfälle.
(Es gibt aber Personen, die Potenziale haben, aber überhaupt keine Epilepsie :D ).

Wie die Medikamente auf eine Verlangsamung Einfluss haben können, weiss ich nicht. Sie wirken ja "dampfend".

Und dann ist ein 20-Min.-EEG wirklich nur eine Momentaufnahme. Wenn ich so meine EEG-super-kurz-Kommentare lese, dann ist meist nur links hinten, dann war mal beidseitig, dann wieder links, dann gar nichts, dann rechts die Potenziale.

Noch zum Levetiracetam
Beobachte Dich da auch ein wenig. Wenn Du da das Gefühl hast, psychisch läuft es bei Dir anders, dann geht es zum Neuro. - Ich hatte das Problem nicht. (Im Nachhinein geht es mir unter Briviact - eine Weiterentwicklung von Keppra, psychisch tatsächlich besser, aber hatte nie suizidale Gedanken).
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 501
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Amazoenchen » 15. Okt 2021, 20:31

Liebe Aena
Ich habe nun folgendes gefunden. Aber sei bitte nicht enttäuscht, denn ich gehe davon aus, dass dieser Onkel Doktor das Wort Oligo von diesem Zusammenhang haben könnte. Passen würde es ;)

Die Genetik der idiopathischen Epilepsie

SAMMENFASSUNG
Idiopathische Epilepsien haben einen Anteil von bis zu 40 Prozent an allen epileptischen Erkrankungen. Genetischen Faktoren kommt eine wesentliche ätiologische Bedeutung bei der Entstehung dieser Erkrankungen zu. Allerdings handelt es sich dabei zumeist um oligogene oder multifaktorielle Erbgänge. So ist es verständlich, daß in den letzten Jahren die wesentlichen Fortschritte bei der Erforschung der genetischen Ursachen idiopathischer Epilepsien insbesondere bei den seltenen monogen vererbten Formen erzielt wurden. Erstmals konnten Gendefekte für bestimmte epileptische Syndrome nachgewiesen werden. Mutationen im CHRNA4-Gen, welches für die a4-Untereinheit des neuronalen nikotinischen Acetylcholinrezeptors kodiert, führen zu einer autosomal dominant erblichen Form der nächtlichen Frontallappenepilepsie, während Veränderungen im spannungsabhängigen Kaliumkanal KCNQ2 kürzlich als Ursache der benignen familiären Neugeborenenkrämpfe identifiziert wurden. Beide Erkrankungen können als Modelle für weitergehende Untersuchungen zur Pathogenese epileptischer Erkrankungen dienen.
Schlüsselwörter: Idiopathische Epilepsie, Genetik, Ionenkanal


Hier der Link für den ganzen Beitrag aus dem Deutschen Ärzteblautt (online - Ausgabe)
Zitierweise dieses Beitrags:
Dt Ärztebl 1999; 96: A-1346-1350
[Heft 20]

https://www.aerzteblatt.de/treffer?mode ... ie&s=oligo


Ich ist hochspannend, habe aber erst 1/5 gelesen, ich bin geistig zu müde, um es auf die Stange zu kriegen. :mrgreen:
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Benutzeravatar
Aena
Beiträge: 21
Registriert: 17. Sep 2021, 21:05

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Aena » 15. Okt 2021, 22:17

aggi61 hat geschrieben: 13. Okt 2021, 07:32
Wie würdet ihr das Medikament absetzen? Über welchen Zeitraum?
Verminderung der Dosis um zweimal täglich 500 mg alle zwei bis vier Wochen ... hab ich so auf die Schnelle gefunden.
Danke fürs raussuchen! :) Da ich ja noch das Lamotrigin nehme habe ich das ganze mal auf einen Monat geplant. Jede Woche werde ich es um 250mg reduzieren. Laut Neurologe war ich ja auch mit den 500-0-500 eher unterdosiert :)

Amazoenchen hat geschrieben: 14. Okt 2021, 17:37 Noch zum Levetiracetam
Beobachte Dich da auch ein wenig. Wenn Du da das Gefühl hast, psychisch läuft es bei Dir anders, dann geht es zum Neuro. - Ich hatte das Problem nicht. (Im Nachhinein geht es mir unter Briviact - eine Weiterentwicklung von Keppra, psychisch tatsächlich besser, aber hatte nie suizidale Gedanken).
Mach ich :) Wenn die Alpträume zurück kommen oder sich sonst was ändern sollte, werde ich mit meinem Neurologen darüber sprechen.

Amazoenchen hat geschrieben: 15. Okt 2021, 20:31 Ich habe nun folgendes gefunden. Aber sei bitte nicht enttäuscht, denn ich gehe davon aus, dass dieser Onkel Doktor das Wort Oligo von diesem Zusammenhang haben könnte. Passen würde es ;)

Ich ist hochspannend, habe aber erst 1/5 gelesen, ich bin geistig zu müde, um es auf die Stange zu kriegen. :mrgreen:
Ach was nein ich bin nicht enttäuscht. Dann war der Besuch bei dem ja kein kompletter Reinfall :) Passt wirklich. Ich werde mir das auf jeden fall in Ruhe durchlesen. Heute bin ich tatsächlich auch zu müde dafür. :lol:
Vielen lieben Dank fürs raussuchen!
Benutzeravatar
Meditester
Beiträge: 321
Registriert: 27. Apr 2019, 12:11

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Meditester » 16. Okt 2021, 18:44

Hallo Aena!
Ich hatte auch Keppra.
Da jedoch komplett von diesem auf Lamictal umgestellt wurde
wurde es sehr langsam ausdosiert.
Ich nahm sogar noch eine geringere Dosis von 250-0-250 mg.

Nach dem vollständigen Absetzen von Keppra ging es mir wesentlich besser.
Bei Jedem wirken die Medi anders.
Mir kam es nach dem Medi-Wechsel vor als würde ich aus einer "Traumwelt" in die reale zurück kommen.

Zwar bin ich nicht ohne Anfälle, aber bisher ist es so am besten.
(Liskantin 250-125-250mg seit Beginn der Epi
und Lamictal 200-0-200 mg seit einigen Jahren)

Ob nun Einbildung oder nicht, ich habe stets Angst
mal bei Reisen nicht genügend Tabletten dabei zu haben
und nehme deshalb stets mehr mit.)
Da war ich froh als ich mal ins KH im Ausland musste,
Armbruch mit anschließender OP.

Meine Umstellung begann stationär
und wurde nach einer Woche dann ambulant weiter geführt.
Vielleicht beobachtest du ja auch irgend eine Veränderung bei dir während des Absetzens.
Lass es uns bitte wissen.
Jedoch gehe die Sache mit Optimismus an!

Meditester
Zitat Søren Kierkegaard:
"Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden"
Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 501
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Amazoenchen » 16. Okt 2021, 18:54

Aena hat geschrieben: 3. Okt 2021, 17:18 Also ich wäre wirklich froh wenn es eine eindeutige Diagnose geben würde. Bis jetzt habe ich viele Möglichkeiten aber kein Arzt konnte mir bis jetzt sagen was ich genau für eine Epilepsie habe.
Bin irgendwie schwer einzuordnen :?

Also wie ich die Oligo Epilepsie jetzt verstanden habe sind das seltene Gelegenheitsanfälle die eher aufgrund anderer Erkrankungen auftauchen.
Ich habe das Gefühl, mit dem einen Artikel werfe ich Dir den unteren Satz schon über den Haufen.

Wenn die Epilepsie so einfach und klar zu diagnostizieren wäre....
Bei mir steht: Vermutlich symptomatisch nicht läsionelle Epilepsie mit fokalen .... : DD: Idiopathische Epilepsie :D
Ich erhalte zwar die Diagnose Epilepsie, aber was für eine: Da weiss man nicht mal ob rechts oder links. Genetisch oder die andere "Schiene". Mein Epi-Doc meint: Im Moment sei sie noch nicht läsionell. Mit den jetzigen Geräten, Auswertungen kann die Läsion nicht sichtbar gemacht werden. Vllt. später mal.
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Benutzeravatar
Aena
Beiträge: 21
Registriert: 17. Sep 2021, 21:05

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Aena » 18. Okt 2021, 22:53

Meditester hat geschrieben: 16. Okt 2021, 18:44 Hallo Aena!
Ich hatte auch Keppra.
Da jedoch komplett von diesem auf Lamictal umgestellt wurde
wurde es sehr langsam ausdosiert.
Ich nahm sogar noch eine geringere Dosis von 250-0-250 mg.

Nach dem vollständigen Absetzen von Keppra ging es mir wesentlich besser.
Bei Jedem wirken die Medi anders.
Mir kam es nach dem Medi-Wechsel vor als würde ich aus einer "Traumwelt" in die reale zurück kommen.
Hallo Meditester :)

Vielen Dank für deine Antwort!
Auf der Dosis bin ich aktuell. Aber schon jetzt fühle ich mich wacher. Einfach klarer im Kopf. Vorher fühlte ich mich immer leicht sediert. Hatte Konzentrationsprobleme und sah manchmal etwas verschwommen.
Ich hatte es halt so hingenommen weil ich die Tabletten ja nehmen muss, aber ich bin nun echt froh dass es besser wird.
Hätte besser auch mal mit dem Neurologen drüber gesprochen und es früher abgesetzt.
Mit den Alpträumen muss ich mal abwarten. Hatte bis jetzt zum Glück keine mehr. :)
Ich halte euch aber auf dem laufenden. :D


Meditester hat geschrieben: 16. Okt 2021, 18:44 Ob nun Einbildung oder nicht, ich habe stets Angst
mal bei Reisen nicht genügend Tabletten dabei zu haben
und nehme deshalb stets mehr mit.)
Da war ich froh als ich mal ins KH im Ausland musste,
Armbruch mit anschließender OP.
Also ich finde es eine gute Idee. Die Medis laufen ja so schnell nicht ab und man weiß ja nie was im Urlaub mal passiert. (Wie bei dir der Armbruch)
Schaden kann es auf keinen Fall. :)


Amazoenchen hat geschrieben: 16. Okt 2021, 18:54 Ich habe das Gefühl, mit dem einen Artikel werfe ich Dir den unteren Satz schon über den Haufen.

Wenn die Epilepsie so einfach und klar zu diagnostizieren wäre....
Bei mir steht: Vermutlich symptomatisch nicht läsionelle Epilepsie mit fokalen .... : DD: Idiopathische Epilepsie :D
Ich erhalte zwar die Diagnose Epilepsie, aber was für eine: Da weiss man nicht mal ob rechts oder links. Genetisch oder die andere "Schiene". Mein Epi-Doc meint: Im Moment sei sie noch nicht läsionell. Mit den jetzigen Geräten, Auswertungen kann die Läsion nicht sichtbar gemacht werden. Vllt. später mal.

Ach was nein! Alles gut :D
Ich bin euch echt für eure Hilfe dankbar. Alleine hätte ich diese Einzelheiten sicher nicht herausgefunden.

Also ich hab echt nicht erwartet das Epilepsie wirklich so schwer zu diagnostizieren ist.
Wenn man bedenkt was in der Medizin schon möglich ist. :?
Ich drücke auf jedenfall die Daumen dass es bald bessere und neue Möglichkeiten gibt Epilepsie genau zu diagnostizieren. :)
Benutzeravatar
Meditester
Beiträge: 321
Registriert: 27. Apr 2019, 12:11

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Meditester » 20. Okt 2021, 18:02

Hallo Aena!
Ich hoffe das du die richtige Medi- Einstellung findest.
Gib nicht auf !
Ich war nach ewigem "Experimentieren" einfach frustriert und nahm die Anfälle einfach so hin.
Nach dem immer schlimmeren Verlauf forderte ich die Ärzte im KH (Epi-Station) auf, ein neues Medi zu testen.
Auf Grund meines energischen Drängens bei drei Neuro wurde es bewilligt.

Genau wie viele Andere hier habe ich schon viele Medi genommen.
Also Durchhalten, wenn es nicht mit der neuen Medikation klappt!

Grüße von Meditester
Zitat Søren Kierkegaard:
"Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden"
Benutzeravatar
Kolibri
Administrator*in
Beiträge: 395
Registriert: 16. Apr 2019, 23:56

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Kolibri » 21. Okt 2021, 18:36

Aena hat geschrieben: 22. Sep 2021, 16:40 So habe ich auch erst von der Diagnose Oligoepilepsie von meinem Neurologen erfahren.

Trias: Diagnose Epilepsie
Oligo-Epilepsie - seltene Anfälle ohne jeweils erkennbare Ursache oder Auslöser im Abstand von Jahren (problematischer Begriff)
https://shop.thieme.de/media/12/a2/29/1 ... rseite.pdf
Seite 3 der PDF-Datei, Tabelle

Karl C. Mayer:
Bei sehr seltenen Anfällen (früher Oligoepilepsie, jetzt besser Oligo- Anfälle) spricht man heute nicht mehr von einer Epilepsie. Epilepsie ist eine Störung des Gehirns, die durch eine dauerhafte Neigung zur Entwicklung epileptischer Anfälle sowie durch die neurobiologischen, kognitiven, psychologischen und sozialen Konsequenzen dieses Zustands gekennzeichnet ist.
http://www.neuro24.de/epilepise_erster_anfall.htm
LG, Kolibri
Benutzeravatar
Amazoenchen
Moderator*in
Beiträge: 501
Registriert: 19. Apr 2019, 20:54

Re: Oligoepilepsie?

Beitrag von Amazoenchen » 22. Okt 2021, 20:09

Vielen Dank für die Links.

Das aus Krämers Buch finde ich ein wenig problematisch. Aber ich bin ja auch nicht vom Fach.
Jetzt heisst es sowieso: Bereits ab ersten Anfall behandeln. Das war 2013 noch nicht der Fall- Höre aber wieder von Fachpersonen, dass sie bei Kindern manchmal abwarten. (("Epilepsie-Kongress" Prof. Bast - aber müsste das Interview nochmals anhören).

Hm, was verstehen die unter "sehr seltenen Anfällen"?
Schreibfehler sind mit Absicht und dienen nur zur Belustigung der Leser 8-)
Antworten

Zurück zu „Allgemeine Epileptologie“